Die Mariologie von Methodius von Olympia (gest. 311)

A mariologia de metódio de olimpo (m. 311)

Über Methodius von Olympus, wahrscheinlich Bischof in Lycia in Kleinasien, sind nur wenige biografische Informationen überliefert. Man weiß, dass er im Jahr 311 als Märtyrer starb. Er hat zahlreiche Werke verfasst, darunter das berühmte und einzig vollständig in der Originalsprache überlieferte Werk „Convivium der zehn Jungfrauen“, oder „Dialog über die Keuschheit“, das dem „Symposion“ Platons nachempfunden ist. In diesem Dialog loben sich zehn Jungfrauen abwechselnd für ihre Tugend der Keuschheit. Der Dialog endet mit einem Hymnus an Christus als Bräutigam und an die Kirche, seine Braut. Christus erneuert den gefallenen und verkommenen Menschen, führt ihn zu seinen Ursprüngen zurück und vereint ihn mit Gott. An diesem Umgestaltungsprozess ist der Schoß der Jungfrau ein Ort der Reinheit und der Macht des Heiligen Geistes beteiligt. Eine Prozession von Jungfrauen und Keuschen strömt zu Christus hin, vom toten Abel bis Johannes dem Täufer: eine Prozession von Treue und Martyrium. Maria, die Jungfrau, ist das Brautbett zwischen Gott und Mensch. Sie ist die unbefleckte und reine Mutter des Lebens, die zusammen mit der ganzen Kirche zum Bräutigam geht und ihre bedingungslose Treue bekräftigt.

Anmerkung: Wenn der Autor behauptet, dass Jesus der älteste der Erzengel sei, muss man bedenken, dass die Weisheit in vielen Schriften des Alten Testaments als göttliche Kraft beschrieben wird. Mit einer gnostischen, aber orthodoxen Sprache nennt Methodius Christus den „ältesten der Äonen“ und „den ersten der Erzengel“, nicht um ihn auf eine Stufe mit Geschöpfen zu setzen, sondern um auszudrücken, dass er vor ihnen steht und daher die mächtigste Wesenheit ist.

Dialog über die Keuschheit

Die Umgestaltung des Menschen in Christus

Es war geboten, dass der Erstgeborene Gottes, der Erstgeborene und Einziggegebene, also die Weisheit, sich mit dem ersten geformten Menschen, dem ersten und Erstgeborenen der Menschen, vereinte. Denn dieser ist Christus: ein Mensch voller göttlicher Reinheit und Vollkommenheit, und Gott in Menschengestalt. Es war angemessen, dass der älteste aller Äonen und der erste der Erzengel, der sich mit den Menschen vereinen sollte, im ältesten und ersten der Menschen, Adam, wohnte. So formte Gott alle Dinge von Anfang an neu und erneuert und gebar denselben (Christus) aus der Jungfrau und dem Heiligen Geist: von Anfang an, als die Erde noch unberührt und nicht bestellt war, nahm Gott Lehm und formte daraus, ohne Samen, das vernünftigste Wesen…

Adam war, sozusagen, noch weich und feucht, aus Lehm geformt und hatte noch keine Festigkeit als Gefäß erlangt durch die Unsterblichkeit, durch die Sünde erlosch er, fließend wie Wasser Tropfen für Tropfen.

Deshalb formte Gott ihn erneut von oben herab und modellierte ihn im Jungfrauenleib, machte ihn zuerst fest und kompakt. Dann vereinte er ihn und vermischte ihn mit dem Logos, der sehr hart und unzerbrechlich ist, und erweckte ihn zum Leben, um zu verhindern, dass er durch die äußeren Wellen der Verunreinigung überwältigt und wieder zerfällt.

(Convivium, III, 4-5)

Die Jungfrau in der Prozession der Jungfrauen

Ant.: Ich bewahre meine Keuschheit für dich und komme mit leuchtenden Fackeln auf dein Wort, o Bräutigam!

Ps (18): Du gebarst den Schöpfer von dir und dem Leben, unberührt, nicht besprenkelt, als die Jungfrau, als ob sie ein Bett betreten hätte, ohne Mann! Doch schwanger sagte sie, o Geliebter:

Ant.: Ich bewahre meine Keuschheit für dich und komme mit leuchtenden Fackeln auf dein Wort, o Bräutigam!

Zum Vertiefen des Studiums der Mariologie, siehe die Enzyklika Redemptoris Mater von Johannes Paul II, die das Wirken Marias in der theologischen Tradition der Kirche erhellt.

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