Die Darstellung Mariens im Tempel (21. November)

Von Prof. Dr. Daniel C. Afonso · Aktualisiert am
Die Darstellung Marias im Tempel wird am 21. November gefeiert und erinnert an die Tradition, dass Maria, noch als Mädchen, von ihren Eltern Joachim und Anna dem Herrn im Tempel zu Jerusalem geweiht wurde. Wie bei der Geburt Marias hat dieses Fest seinen Ursprung im Protevangelium Jakobs und drückt eine tiefe Wahrheit aus: Maria gehörte von Anfang an ganz Gott.
Ursprung des Festes
Das Fest entstand im christlichen Osten – wo es als „Eingang der Mutter Gottes in den Tempel“ (Eisodos) bezeichnet wird – und ist seit dem 6. Jahrhundert dokumentiert, verbunden mit der Weihe einer Kirche zu Ehren der Heiligen Maria in Jerusalem. Im Westen verbreitete es sich ab dem 14. Jahrhundert. Es ist heute ein liturgisches Gedächtnis in der gesamten Kirche.
Bedeutung: Maria, der lebendige Tempel
Die Bedeutung des Festes liegt nicht in einem historischen Ereignis, sondern in seiner theologischen Aussage. Maria, die als Mädchen dargestellt und geweiht wurde, ist das Geschöpf, das ganz dem Herrn gehört. Und es gibt ein leuchtendes Paradoxon: Wer zum Tempel gebracht wird, wird selbst zum wahren Tempel – dem heiligen Ort, an dem Gott in der Verkündigung wohnen wird. Das Fest feiert auch die vollständige Hingabe des Lebens an Gott, ein Modell für das gesamte christliche Leben und das Ordensleben.
Häufige Fragen
Wann ist die Darstellung Marias?
Am 21. November.
Ist es ein historisches Ereignis?
Die Geschichte basiert auf dem Protevangelium Jakobs, nicht auf den kanonischen Evangelien. Ihr Wert liegt in der Theologie und Spiritualität: Marias vollständige Zugehörigkeit zu Gott.
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