Maria und das Wort Gottes, Person und Ereignis

Maria e a palavra de Deus, pessoa e evento

Maria und die Wort, Person und Ereignis. Der Sinn dieser Herangehensweise besteht darin, dass wir die Theologie des Wortes nicht zuerst entwickeln und dann auf Maria anwenden:

Stattdessen fragen wir uns, was das Wort in Marias Leben und in ihrer Persönlichkeit bedeutete.

Die einfachste Art, die Beziehung zwischen Maria und dem Wort herzustellen, besteht darin, einige Momente aufzuwenden, um beide zu klären. Es ist unnötig zu sagen, dass man Maria nur durch ihre Geschichte und ihr Leben verstehen kann. Tatsächlich wissen wir über sie in biografischer Hinsicht sehr wenig.

Einige Autoren haben versucht, aus historischer Perspektive heraus, was über Maria gesagt werden kann, indem sie Passagen wie Mk 3,31-35.6,3; Gl 4,4; Lk 11,27-28; Joh 2,12; Akten 1,14 zu vergleichen. Sie kamen zu einigen Schlussfolgerungen, die leicht zusammengefasst werden können: Maria ist eine jüdische Frau, die im Evangelium zusammen mit Jesus erwähnt wird und Teil einer Familiengruppe war, die Brüder Jesu, die sowohl in der Zeit vor Ostern als auch in der Gemeinde nach Ostern eine Rolle spielten, obwohl diese Rolle in den Evangelien zugunsten der Zwölf und der Jünger relativiert wurde.

Diese Schlussfolgerungen sind offensichtlich. Es lohnt sich, die grundlegenden Daten aus dem Evangelium zu erinnern, die Maria als Mutter Jesu darstellen. Die Nüchternheit der biblischen Erzählung beruht auf einer midraschischen Schreibweise, d.h., die Erzählung geht oft über eine reiche Symbolik hinaus, um das Ereignis und seine erste Interpretation zu erhellen. Diese Symbole können unser Verständnis von Maria bereichern, sollten aber nicht dazu führen, ihre konkrete Geschichte in den Hintergrund treten zu lassen. Maria ist keine Mythologie oder ein Symbol, sondern eine spezifische Person:

die Mutter Jesu!

Midrasch

Es ist eine Methode der jüdischen Auslegung, die sich nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil entwickelte. Ihr Ziel war es, aus einem biblischen Text Assoziationen und Anwendungen zu entwickeln, die über seine wörtliche Bedeutung hinausgehen. Die Hebräer unterschieden zwei Arten von Midrasch: den Midrasch Halachah (heb. Weg), der sich mit der mündlichen Gesetzgebung befasste, und den Midrasch Haggadah (heb. Erzählung), der dazu neigte, die nicht-rechtlichen Abschnitte der Bibel zu erläutern.

Nach der Feststellung bezüglich der Historizität der Mutter Jesu wenden wir uns nun dem Wort zu. Es handelt sich dabei um einen abstrakten Begriff, der auf etwas Konkretes verweist: Das Wort Gottes bezeichnet Gott, der spricht. Das hebräische Wort Dabar, Wort, bedeutet zunächst nicht unbedingt eine Lehre oder Doktrin, sondern ein Ereignis. Wir können das Wort Gottes als Akt, als Sprache und als Geheimnis beschreiben. Als Akt ist das Wort Gottes der Akt Gottes, d.h. es ist Gott selbst, der handelt. Die Transzendenz des göttlichen Handelns gewährleistet, dass sein Wort, wenn es in die Geschichte eingeht, göttlich bleibt und seine einzigartige kreative Kraft beibehält. Andererseits bedeutet seine Unterwerfung unter die Geschichte, dass sich das unveränderliche und ewige Wort in verschiedenen Zeiten ausbreitet und manifestiert: Es gibt das Schöpfwort, die Offenbarung Mosis am Sinai, das prophetische Wort, die Weisheit der Weisen, das Wort, das in Jesus Fleisch geworden ist, das Kerygma und das Zeugnis der Kirche. Und es gibt auch Marias Geschichte.

Als Gottes Akt ist das Wort für alle ein Ereignis, ein Treffen und behält die Kraft einer Offenbarung. Deshalb erinnert Paulus die Korinther in 1Kor 2,4 daran, dass seine Sprache nicht auf „meine Worte und meine Predigt“ beruhte, sondern auf der „Offenbarung des Geistes und der Macht“.

Als Sprache drückt das Wort auch die Absicht Gottes und seine innere Welt aus: In dem Wort wird so jene Quelle der Liebe zum Ausdruck gebracht, aus der das trinitäre Leben und die Erlösung entspringen.

Daher kann das Wort Gottes nicht auf einen eventuell von Gott inspirierten Text reduziert werden, denn es ist viel mehr als das. Die Schriften haben eine aufklärende und erzieherische Aufgabe, weil sie, indem sie die Herzen erleuchten wie ein Schwert mit zwei Klingen, trennen, was getrennt werden muss.

Als Geheimnis bezieht sich das Wort ständig auf seine göttliche Herkunft und die Absicht Gottes, die vermittelt werden soll. Dennoch bleibt ein gewisses Versteckspiel des Wortes: es offenbart sich nicht immer klar, sondern oft in profanen Formen und vermittelt Lebensweisheit oder religiöse bzw. soziale Überzeugungen, mit denen man auch nicht einverstanden sein könnte. Auf diese Weise verbirgt das Wort seine Herkunft, indem es sowohl die Empörung der Nazarenen über ihren Landsmann Jesus als auch Petrus’ Unwillen, das Geheimnis des Kreuzes zu verstehen, zeigt.

Um die Reflexion über Maria und das Wort Gottes vertiefen zu können, wird auf die Enzyklika Redemptoris Mater von Johannes Paul II. verwiesen, in der Maria als diejenige gefeiert wird, die das göttliche Wort auf einzigartige und vollkommene Weise aufgenommen und verkörpert hat.

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