Maria als geistliche Mutter aller Gläubigen

Von Prof. Dr. Daniel C. Afonso · Aktualisiert am
Geistige Mutterhaftigkeit Mariens, Mutter aller Gläubigen
Die geistige Mutterhaftigkeit Mariens bezeichnet die Funktion Mariens als Mutter aller Christen, nicht nur Jesu. Ihr zentrales biblisches Fundament liegt am Kreuz: „Frau, siehe deinen Sohn. Siehe deine Mutter“ (Joh 19,26-27). Für einen ausführlichen Artikel: Geistige Mutterhaftigkeit Mariens.
Biblisches Fundament
Jesus an der Kreuz gibt seinen „geliebten Jünger“ Maria an und Maria den Jünger. Die katholische Exegese interpretiert diesen Akt als Gründung einer universellen Mutterhaftigkeit: Der geliebte Jünger repräsentiert alle Jünger Christi. Maria wird somit zur Mutter nicht nur Jesu, sondern aller, die Jesus als Herrn und Meister annehmen.
Theologische Entwicklung
Die geistige Mutterhaftigkeit wurde von der patristischen und mittelalterlichen Theologie entwickelt. Sankt Anselmus, Sankt Bernhard und Sankt Bonaventa trugen zu ihrer Ausarbeitung bei. Das moderne Lehramt, insbesondere das Zweite Vatikanum (LG 61) und Johannes Paul II. in seiner Enzyklika Redemptoris Mater, bestätigte und vertiefte diese Lehre.
Spirituelle Implikationen
Wenn Maria Mutter aller Christen ist, so sind diese aufgerufen, eine hoffnungsvolle Beziehung zu ihr zu pflegen: ihre Sorgen ihr anzuvertrauen, ihre Tugenden nachzuahmen und von ihr zu Jesus geführt zu werden. Die Konsakration an Unsere Liebe Frau ist der offensichtlichste Ausdruck dieser hoffnungsvollen Beziehung.
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Weib, siehe deinen Sohn. (…) Siehe, deine Mutter.
Joh 19,26-27 (Vulgata Clementina)
📚 Übersetzung: Weib, siehe deinen Sohn. (…) Siehe, deine Mutter.
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