Gott sandte seinen Sohn, geboren von einer Frau: Nm 3, Gal 4 und Maria, die Mutter Gottes, in Lk 2.

Gott sandte seinen Sohn, geboren aus einer Frau.
Gal 4,4

Das Fest der Muttergottes am 1. Januar, dem ersten Tag des zivilen Jahres, ist das älteste Marienfest im römischen Liturgiebuch und der theologische Höhepunkt der Weihnachtszeit. In Num 6,22-27 wird die Priestersegenverleihung beschrieben, die der Herr dem Herrn Aaron befahl, über Israel zu sprechen: „Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR erleuchte dein Antlitz und gebe dir Frieden“ (Num 6,24-26). Und er erklärt: „Sie sollen meinen Namen auf die Kinder Israel legen, und ich werde sie segnen“ (V.27). Der Numeri-Segen ist einer der ältesten Texte der Bibel. Seine Struktur ist dreigeteilt: Segen und Bewahrung, Licht und Gnade, Gegenwart und Frieden. Der Name des Herrn, der über Israel gelegt wird, ist das Zeichen der Zugehörigkeit: Wer gesegnet ist, gehört dem Herrn an. Der von Aaron gesprochene Segen ist ein Vorläufer des Segens, den der Name Jesus, „der Retter“, in die Welt bringt.

I. Das erste Lesung: Num 6,22-27

Der Herr befahl Moses, Aaron und seinen Söhnen zu sagen: „Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR erleuchte dein Antlitz und gebe dir Frieden“ (Num 6,24-26). Und er erklärt weiter: „Sie sollen meinen Namen auf die Kinder Israel legen, und ich werde sie segnen“ (V.27). Der Numeri-Segen ist einer der ältesten Texte der Bibel. Seine Struktur besteht aus drei Teilen: Segen und Bewahrung, Licht und Gnade, Gegenwart und Frieden. Der Name des Herrn, der über Israel gelegt wird, ist das Zeichen der Zugehörigkeit; wer gesegnet ist, gehört dem Herrn an. Der von Aaron gesprochene Segen ist ein Vorläufer des Segens, den der Name Jesus, „der Retter“, in die Welt bringt.

II. Das zweite Lesung: Gal 4,4-7

Paulus drückt seinen Glauben an die Inkarnation aus: „Als nun die Zeit voll war, sandte Gott seinen Sohn, geboren aus einer Frau“ (Gal 4,4). Der Vers beschreibt zwei Geburten: göttlich und menschlich. Sein Zweck ist es, diejenigen zu erlösen, die unter dem Gesetz standen, damit wir die Adoption als Kinder Gottes empfangen könnten (V.5). Und er bekräftigt die pneumatologische Bestätigung: „Gott hat den Geist seines Sohnes in unsere Herzen ausgegossen, der ruft: Abba, Vater“ (V.6)! Paulus nennt Maria nicht direkt, aber der Ausdruck „geboren aus einer Frau“ bildet die theologische Grundlage für den Titel „Mutter Gottes“. Das Konzil von Ephesus (431) erklärte, dass die Leugnung des Titels Theotokos gegenüber Maria die Leugnung der Inkarnation bedeute.

Die Hirten kamen nach Bethlehem und fanden Maria, Josef und das Kind in einer Krippe (Luk 2,16). Als sie es sahen, verbreiteten sie, was ihnen gesagt worden war, und alle, die es hörten, wunderten sich (V.17-18). „Maria aber behielt all dies in ihrem Herzen und dachte darüber nach“ (V.19). Als die acht Tage um waren, wurden ihm den Namen Jesus gegeben (V.21). Vers 19 ist einer der dichtesten Verse im gesamten Lukasevangelium: Während die Hirten sprechen und die Zuhörer sich wundern, bewahrt Maria und reflektiert über das, was sie sieht und weiß – die Worte des Engels, die Prophezeiungen, die Schriften. Maria ist die erste Theologin des Glaubens an den in Fleisch gezeugten Sohn.

Der Titel „Mutter Gottes“, Theotókos auf Griechisch, Dei Genitrix im Lateinischen, ist der radikalste und dichteste Titel, den die christliche Tradition Maria gegeben hat. Radikal, weil er zur Wurzel geht: Er sagt nicht nur, dass Maria heilig oder vorbildlich ist, sondern dass der Sohn, den sie geboren hat, Gott ist. Dicht, weil er das gesamte Christentum in sich trägt: Wenn Jesus Gott ist und Maria seine Mutter, dann ist Maria die Mutter Gottes. Ephes (431) definierte diesen Titel nicht, um Maria zu verherrlichen, sondern um den Glauben an Christus zu schützen. Galater 4 sagt, dass der Sohn Gottes „aus einer Frau geboren wurde“: Diese Frau gebar nicht nur eine Natur, sondern eine göttliche Person. Numeri 6 fordert, den Namen des Herrn über Israel zu setzen; der Name, den Maria ihrem Sohn Jesus gab, ist der rettende Name. Lukas 2,19 zeigt uns Maria, die das Geheimnis bewahrt und in sich nachdenkt: ein Modell des Gläubigen, der nicht nur das Mysterium feiert, sondern es in sich wachsen lässt. Die Kirche stellt die gesamte Zeit des Jahres unter Mariens Mutterheit.

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