Katakomben von Priscilla: Das älteste Bild der Jungfrau Maria

In den Katakomben von Priscilla, die entlang der Via Salaria in Rom ausgehoben wurden, befindet sich das älteste bekannte Bild der Gottesmutter.
Die Fresken aus dem 3. Jahrhundert – und bereits im 2. Jahrhundert in den Wänden eingravierte Hinweise auf die Privilegien Marias – machen diesen Friedhof zu einem wertvollen Zeugnis: Die Anbetung der Muttergottes ist so alt wie die Kirche selbst.
Was sind die Katakomben von Priscilla?
Es handelt sich um eines der bedeutendsten unterirdischen Friedhöfe des frühen Christentums entlang der Via Salaria in Rom. Aufgrund ihrer Reichtum und Alter der Malerei wurden sie als Regina Catacumbarum, die “Königin der Katakomben” bezeichnet.
Das älteste Bild Marias
In dem sogenannten “Kubikel der Velata” zeigt ein Fresko aus dem Ende des 2. oder Anfang des 3. Jahrhunderts Maria mit dem Kind auf ihrem Arm, neben einer männlichen Figur, die auf eine Sternfigur hinweist – üblicherweise als Prophet (Balaam oder Jesaja) identifiziert, der die Geburt der Sternsöhne Jakobs und des “Emanuels” aus der Jungfrau ankündigt. Es ist das älteste überlieferte Bild Marias, das vor der Christianisierung des Reiches entstand.
Der Kontext: Tod, Taufe und Auferstehung
Diese Bilder entstehen in einem Bestattungskontext, was theologisch von entscheidender Bedeutung ist. Sie verweisen auf die Taufe und die Eukaristie, also auf die erste und grundlegende Erfüllung der Prophezeiungen in Christus: Die Auferstehung der Toten (vgl. 1 Korinther 15,3-4). Das Bild Marias mit dem Sohn neben den Gräbern war ein Bekenntnis zur neuen Hoffnung auf das Leben aus Christus, geboren aus ihr.
Die Vorsicht der frühen Kirche
In dieser Zeit wurde die Kreuzform selten offen dargestellt – sie drückte sich eher durch symbolische Zeichen wie den Anker aus –, ebenso wenig war das Marienkultus-Bild zu sehr in den Vordergrund gerückt. Es war eine pastorale Vorsicht: Man wollte nicht, dass Katechumen, noch im Glauben wachsende Menschen, ein falsches Verständnis dieser Wahrheiten entwickeln. Das Bild sprach vieles für diejenigen aus, die bereits den Glauben besaßen; es blieb diskret für diejenigen, die sich gerade auf den Weg zum Glauben machten.
Bedeutung für die Mariologie
Die Katakomben von Priscilla widerlegen die Idee, dass die Marienverehrung eine späte Erfindung sei. Im Gegenteil: Vor den großen Konzilsdefinitionen besprachen die Christen in Rom bereits die Mutter Gottes an den Wänden, wo sie ihre Hoffnung auf die Auferstehung legten. Die Archäologie bestätigt in Stein und Farbe, was die Tradition immer behauptet hat.
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Häufig gestellte Fragen
Wo befinden sich die Katakomben von Priscilla?
Entlang der Via Salaria in Rom. Es handelt sich um einen christlichen Friedhof aus den ersten Jahrhunderten, bekannt als Regina Catacumbarum.
Warum sind die Katakomben von Priscilla für die Mariologie wichtig?
Sie bewahren das älteste bekannte Bild der Gottesmutter auf und zeugen von der Antike der Marienverehrung.
Was ist das älteste Bild Marias?
Das Fresko der Jungfrau Maria mit dem Kind und dem Propheten, der auf eine Sternfigur hinweist, in den Katakomben von Priscilla aus dem Ende des 2. oder Anfang des 3. Jahrhunderts.
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