Konzil von Laodikea (363-364) – Kanon 35 gegen die übermäßige Verehrung der Engel (Mansi Band 2)

## Ratifikation des Konzils von Laodikeia (363-364)Das Konzil von Laodikeia in Phrygien (heutige Türkei), das im Rahmen des Pontifikats von Liberius stattfand, ist eines der bedeutendsten Konzepte der christlichen Antike zur Abgrenzung der korrekten Anbetung der Engel. In Kanon 35 wird ausdrücklich die übermäßige oder idolatrische Verehrung der Engel verurteilt und so die legitime himmlische Anbetung von der Häresie der Angelolatrie unterschieden (vgl. Mansi, *Sacrorum Conciliorum Nova Amplissima Collectio*, Band 2, Spalte 569ss).**Details zum Konzil:**– **Name:** Besonderes Konzil von Laodikeia – **Ort:** Laodikeia, Phrygien (Asien Klein), Türkei – **Datum:** 363-364 n. Chr. (im Pontifikat von Liberius) – **Kanonen:** 60 Disziplinarkanonen, darunter Kanon 35 gegen die übermäßige Engelverehrung – **Quelle:** Mansi, Band 2, Spalte 561-600## Text des lateinischen Kanons 35:> „*Non oportet christianos ecclesiam Dei derelinquere et abire, atque angelos nominare, et congregationes facere, quae prohibita noscuntur. Si quis igitur inventus fuerit huic occultae idolatriae vacans, sit anathema, quia derelinquit Dominum nostrum Iesum Christum, Filium Dei, et idolatriae accessit.*“## Übersetzung des Kanons 35 ins Portugiesische:> „*Não convém que os cristãos abandonem a Igreja de Deus e se ausentem para invocar nominalmente os anjos e fazer reuniões que são reconhecidas como proibidas. Se alguém então for encontrado a praticar esta idolatria oculta, seja anátema, porque abandonou o nosso Senhor Jesus Cristo, Filho de Deus, e aderiu à idolatria.*“## Historischer Kontext:Im 4. Jahrhundert war Phrygien der Schauplatz einer Abweichung von der christlichen Lehre bei einigen Randgruppen (insbesondere den Montanisten und Anhängern pseudomystischer Lehren). Diese neigten dazu:– **Namentliche Anrufung:** „Sieben Engel“ (manchmal mehr) mit nicht biblischen Namen anzurufen. – **Geheime Versammlungen:** In Ehren der Engel geheime Treffen abzuhalten. – **Autonome Vermittler:** Die Engel als eigenständige Vermittler zwischen Gott und den Menschen zu betrachten. – **Direkte Anrufung:** Statt des Gebets an Christus die direkte Anrufung der Engel vorzuziehen. – **Zuweisung von Kräften:** Den Engeln spezifische „Mächte“ (Heilen von Krankheiten, Voraussagen) zuzuschreiben.Diese Praktiken, die teilweise auf Gnostizismus und siro-babilonische Magie zurückgingen, bedrohten die christologische Zentralität der Glaubenslehre. Das Konzil von Laodikeia reagierte entschlossen: Nicht die legitime Anbetung der Engel wurde verboten, sondern ihre idolatrische Verehrung, die Christus außer Acht ließ.## Die drei doktrinellen Prinzipien:1. **Christozentrik:** Jede Engelanbetung muss untergeordnet Christus sein, nicht parallel zu ihm. 2. **Pastorale Sorge:** Gläubige dürfen die Kirche nicht verlassen, um sich geheimen Versammlungen mit angelolatrischen Zielen anzuschließen. 3. **Begrenzung der Namen:** Die namentliche Anrufung von Engeln sollte vermieden werden, deren Namen nicht in der Heiligen Schrift oder der offiziellen Lehre der Kirche bekannt sind.## Kontinuität im Lehramt:Die Prinzipien des Kanons 35 wurden später im Lehramt aufgegriffen und weiterentwickelt.
  • Konklave von St. Patrick (Irland, 5. Jahrhundert): verurteilte die Anrufung anderer Engel außer den kanonischen
  • Romisches Konklave von 745 (unter Zacharias): verurteilte Sankt Aldebert aus Frankreich für die Anrufung von Engeln mit nicht-kanonischen Namen wie Uriel, Raguel, Tubuel, Michael, Inias, Tubuas, Sabaoc und Simiel
  • Konklave von Aix-la-Chapelle (798/799): verbot die Darstellung von Engeln mit nicht-bibelgerechten Namen
  • Thomas von Aquin (Summa Theologica II-II, q. 92): übernahm in der Scholastik anti-angelolatrische Prinzipien
  • Romisches Katechismus (1566): bekräftigte das Prinzip, dass eine legitime Engelverehrung die Anrufung von Namen ausschließt, die nicht offenbart wurden
  • CDF, Entscheidung über Opera Angelorum (1983): Anwendung der gleichen Prinzipien in der Gegenwart

Die anderen mariologischen Kanone von Laodizea

Neben Kanon 35 befasst sich das Konklave von Laodizea indirekt mit Angelologie:

  • Kanon 36: verbot es Klerikern, Magie, Zauberei oder Astrologie (im Zusammenhang mit der angeblichen Anrufung von Geistern) zu praktizieren
  • Kanon 37: verbot die Feier von Festen mit Häretiken oder Juden (um die liturgische Einheit des christlichen Kultes zu bewahren)

Bedeutung für die katholische Engelverehrung

Kanon 35 des Konklaves von Laodizea legt den katholischen Ausgleich zwischen legitimer Engelverehrung und Angelolatrie fest:

Legitime VerehrungVerbotene Angelolatrie
Verehrung der drei kanonischen Erzengel (Michael, Gabriel, Rafael)Namentliche Anrufung nicht-bibelgerechter Engel
Verehrung des Engels der WächterGeheime Treffen mit dem Ziel der angelolatrischen Praktiken
Liturgie der Engel (Sanctus, Te Deum)Ersatz von Christus-Anbetung durch Engel-Anbetung
Persönliche Gebete an EngelZuweisung spezifischer “magischer” Kräfte an Engel

Liturgisches Erbe

Die katholische Liturgie erkennt das Gleichgewicht von Laodizea an:

  • Fest der Drei Erzengel (29. September): Feier nur von Michael, Gabriel und Rafael
  • Fest der Engel der Wächter (2. Oktober): nicht die Individualisierung von Namen
  • Liturgie der Stunden: ruft kollektiv “alle heiligen Engel” an
  • Votivmessen für Engel: beschränkt auf biblische Texte über die drei Erzengel

Zusätzliche Lektüre

St. Michael | St. Gabriel | St. Rafael | Engel der Wächter | CDF Opera Angelorum | St. Thomas, Behandlung der Engel

Masterstudiengang Mariologie

Möchten Sie Ihr Wissen in Mariologie vertiefen? Informieren Sie sich über den Masterstudiengang Mariologie der Locus Mariologicus – ein akademisches Studium, das strenge Theologie mit geistlicher Lebensführung und dem lebendigen Erbe der Kirche verbindet.

Jetzt bewerben oder mehr erfahren →

Auch interessant: Was ist Angeologie? Engel in der Bibel und im Lehramt

Besuchen Sie unseren umfassenden Leitfaden zur Katholischen Angeologie.

Related Articles

Responses