Unsere Liebe Frau von Lourdes: Die Erscheinungen an Bernadette Soubirous

Unserer Lieben Frau von Lourdes erschien Bernadette Soubirous (1844-1879), einer jungen, aus einer sehr armen Familie stammenden Landmädchen, in der Höhle von Massabielle, am Fluss Gave in Lourdes (Südfrankreich) vom 11. Februar bis zum 16. Juli 1858 – insgesamt 18 Erscheinungen. Der Bischof von Tarbes erkannte die Echtheit der Erscheinungen im Jahr 1862, und sie wurden zu einem der größten Wallfahrtsorte der Welt mit über vier Millionen Pilgern pro Jahr. Zum vollständigen Artikel: Unserer Lieben Frau von Lourdes.
## Die Geschichte der ErscheinungenAm 11. Februar 1858, im Alter von 14 Jahren, war Bernadette, Tochter einer armen Familie aus dem “Cachot” (ehemalige Gefängniszelle) in Lourdes, mit ihrer Schwester und einer Freundin Holz sammeln in der Nähe der Höhle von Massabielle. Sie hörte ein Geräusch wie einen starken Wind und sah in der Höhlennische eine “wunderschöne Jungfrau”, gekleidet in Weiß, mit einem blauen Gürtel, goldenem Schuhwerk und einem gelben Rosenkranz. In den folgenden Wochen bat die Jungfrau Bernadette, 15 Tage später wiederzukommen. Während dieser Erscheinungen gab sie Bernadette Botschaften und konkrete Anweisungen: Sie wies eine Quelle aus (die Bernadette durch Ausgraben der Erde fand), bat um den Bau einer Kapelle und ordnete Prozessionen an. Am 25. März, dem Fest der Ankündigung, fragte Bernadette nach dem Namen der Erscheinung, und die Jungfrau antwortete auf Gaskon: “Que soy era Immaculada Concepción” (Ich bin die Unbefleckte Empfängnis). Diese Aussage erreichte den Pfarrer Peyramale, der sie zunächst nicht verstand: “Die Jungfrau ist nicht ihre Empfängnis.” Die letzte Erscheinung fand am 16. Juli 1858 statt.## Die Botschaft von LourdesDie Botschaft von Lourdes lässt sich in vier Worte fassen:1. **Armut**: Nicht explizit erwähnt, aber stark durch die Wahl Bernadettes, der Tochter der Armen, symbolisiert. “Das Schwächste auf Erden” (1 Korinther 1,27) wurde als Bote auserwählt. 2. **Gebet**: Die Jungfrau betont dies seit dem Beginn der Erscheinungen. Der Bau einer Kapelle und Prozessionen bedeuten “Kirche im Weg” und Eucharistie. 3. **Buße** (oder Umkehr): Die Jungfrau bat wiederholt um “Buße, Buße, Buße!” und lud zum Gebet für die Bekehrung der Sünder ein. 4. **Glaube**: Das letzte Wort der Botschaft ist die Identität der Senderin. Indem sie sich als “Unbefleckte Empfängnis” identifizierte, offenbart Maria, dass alles Gnade ist, alles aus der freien Gnade Gottes entsteht, wie es im Magnifikat gesungen wird. Lourdes aktualisiert die Vorbedingungen des Evangeliums: Die Bußbereitschaft Johannes des Taufers, die Bekehrung, das Gebet, die Seligkeit der Armen.## Die Zeugin: Heilige BernadetteDer Beichtvater von Bernadette sagte: „Das beste Beweis für die Erscheinungen ist Bernadette selbst.“ Analphabetisch, mit fragiler Gesundheit und aus einer unbedeutenden Familie stammend, trat sie dem Kommissar, dem Gericht, den Gendarmen und verschiedenen Untersuchungskommissionen ohne jemals Widerspruch gegenüber entgegen. 1866 trat sie der Kongregation der Schwestern der Nächstenliebe von Nevers bei, wo sie ihre letzten Jahre in einer „dreißigfachen Nacht“ verbrachte: der Nacht des körperlichen Leidens (Tuberkulose, Asthma, Knochenerweichung), der Nacht der Sinne (die Distanz zu den Erscheinungen ließ sie zweifeln, ob sie nicht getäuscht worden war) und der Nacht des Glaubens (das Gefühl, die Gnade nicht erwidert zu haben). Bernadette lebte die Botschaft, die ihr übermittelt wurde, innerlich. Sie starb am 16. April 1879 und wurde 1933 von Pius XI heiliggesprochen. Kurz vor ihrem Tod sagte sie: „Er hat mir nicht das Glück in dieser Welt versprochen, aber im Jenseits.“
Die Wallfahrtstätte Lourdes ist nach Rom die zweitgrößte internationale Wallfahrtsstätte der Welt. Ihre pastorale Arbeit leitet die gesamte marianische Verehrung auf eine christozentrische Weise: wie es in der Tradition der Wallfahrt heißt, „ist Marias Anwesenheit diskret und vollkommen auf Christus ausgerichtet.“ Die Jungfrau bat um einen Schrein, doch es wurden Basiliken errichtet. Die Eucharistie ist das Zentrum jeder Wallfahrt. Lourdes ist besonders bekannt als Wallfahrtsort für Kranke, und ihre medizinischen Akten dokumentieren zahlreiche unerklärliche Heilungen, die als Wunder anerkannt wurden. Der Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes wird am 11. Februar gefeiert. Pius X legte den Feiertag 1908 fest.
Vertiefen Sie Ihr Wissen: Erkunden Sie Mariologie, Apariktionen marianischer Art, Unbefleckte Empfängnis und den Masterstudiengang in Mariologie.
Lehren der Kirche
Das Zeichen der Erscheinung der Heiligen Maria in Lourdes war ihre selbstgewählte Bezeichnung „Unbefleckte Empfängnis“, die das Dogma bestätigt, das Pius IX definiert hatte.
Pius XII, Enzyklika Le Pèlerinage de Lourdes (2. Juli 1957)
📚. Direkte Übersetzung: Das Zeichen der Erscheinung der Heiligen Maria in Lourdes war ihre selbstgewählte Bezeichnung „Unbefleckte Empfängnis“, die das Dogma bestätigt, das Pius IX definiert hatte.
Masterstudiengang Mariologie
Möchten Sie Ihr Wissen in Mariologie vertiefen? Informieren Sie sich über den Masterstudiengang Mariologie der Locus Mariologicus – ein akademisches Studium, das theologischen Strenge, geistliche Lebensführung und die lebendige Tradition der Kirche verbindet.
Sehen Sie die vollständige Liste der von der Kirche anerkannten marianischen Erscheinungen.
Erfahren Sie mehr über das, was die Kirche über Maria als Vermittlerin aller Gnaden lehrt.
Responses