Unsere Dame vom ewigen Hilfsbedürfnis: Ikonographie, Geschichte und Verehrung

Das Ikon, das durch die Jahrhunderte hindurchgegangen ist
Unsere Liebe Frau vom ewigen Heile (Nossa Senhora do Perpétuo Socorro) wird durch ein Ikon des Typs Hodegetria (“Die Wegweiserin”) verehrt, wahrscheinlich aus Kreta aus den Jahren 13.-15. Jahrhundert, das um 1499 nach Rom gelangte und von den Päpsten Pius IX. und Leo XIII. im Jahr 1865 den Redemptoristen überreicht wurde. Das Ikon zeigt Maria, die Jesuskind hält, während die Erzengel Michael und Gabriel mit Instrumenten der Leidenswerkzeuge vor ihnen stehen. Die ikonografische Darstellung vereint Mutterschaft, Erlösung und Vermittlung: Maria ist das “ewige Heile”, da ihre Vermittlung unaufhörlich ist.
Ikonographie: Die Erzengel und die Leidenswerkzeuge
Auf dem Ikon hält der Erzengel Michael (links von Maria) Lanze, Schwamm und Kelch, die Werkzeuge der Leidenswerkzeuge. Der Erzengel Gabriel (rechts) hält Kreuz und Nägel. Das Jesuskind, das die zukünftigen Leiden seiner Mutter erahnt, greift mit solcher Kraft an Marias Hand, dass ein Sandalenfers von ihrem Fuß rutscht. Dieser ikonografische Detail ist beabsichtigt: Das Sohn sucht bei seiner Mutter Hilfe angesichts des Mysteriums des Kreuzes.
Geschichte: Von Kreta nach Rom
Das Ikon gelangte nach Rom mit einem kranken Kreter Händler, der bat, dass es in einer römischen Kirche aufbewahrt werden solle. Nach mehreren Verlegungen befand es sich von 1499 bis 1798 in der Kirche Sankt Matthäus in Merula und wurde dann während der napoleonischen Truppen zerstört. Die Augustiner bewahrten das Ikon geheim bis 1865, als Pius IX. anordnete, dass es den Redemptoristen übergeben werde. Leo XIII. krönte es feierlich im Jahr 1867.
Theologie: Das “ewige Heile” als Vermittlung
Der Titel “Unsere Liebe Frau vom ewigen Heile” (Perpetui Auxilii) drückt den Glauben aus, dass Marias Vermittlung zeitlich und räumlich keine Grenzen kennt. Die Lumen Gentium (n. 62) fasst diese Verehrung theologisch ein: Maria “pflegt aus mütterlicher Liebe um ihre Brüder, die noch auf dem Weg sind… bis sie das glückliche Ziel erreichen”. Der Gründer der Redemptoristen, Sankt Alfons von Ligori, systematisierte diese Lehre in den “Glorien Mariens” (1750).
Verehrung in der lusophonen Welt
In Portugal und Brasilien ist die Verehrung Unserer Lieben Frau vom ewigen Heile besonders beliebt, insbesondere in Verbindung mit den Redemptoristen. Die Novene ist eine der am meisten gebetenen: “O unsere Liebe Frau vom ewigen Heile, ich vertraue mein Herz deiner Fürsorge an.” Diese Verehrung verbindet sich mit der traditionellen Maria-Verehrung in der lusophonen Welt, die Maria um Schutz und Beistand in Zeiten der Not bittet.
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