Johannes Paul II. – Mit Maria, vom Hören Gottes zum Dienst am Leben (2001): Brief an die Dienerinnen Mariens

## Brief des Heiligen Vaters Johannes Paul II an den Generalkapitel der Serviten**Brief „Con Santa Maria, dall’ascolto di Dio al servizio della vita“ (29. September 2001)** an den sehr geehrten Pater Hubert M. Moons, Generalminister des Ordens der Serviten (Servi Mariae).Im Rahmen des Generalkapitels des Ordens der Serviten in Ariccia vom 8. bis 30. Oktober 2001 schicke ich diesem Gremium und dem gesamten Orden der Serviten herzliche Grüße. Das Kapitel widmet sich dem Thema: **„Mit Maria von Gottes Ohr zum Dienst am Leben“**. Es fordert dazu auf, die Zeugnisgabe des Ordens stets treu dem ursprünglichen Charismus zu gestalten und gleichzeitig den Anforderungen der modernen Welt gerecht zu werden.**Das Serviten-Charism: Maria und die sieben Gründer**Der Orden der Serviten (Servi Mariae) wurde 1233 in Florenz von den **sieben heiligen Gründern** (Bonfilio Monaldi, Bonajuncta Manetti, Manetto dell’Antella, Amadeu degli Amidei, Hugo dei Lippi-Uguccioni, Sostegno dei Sostegni, Alessio Falconieri) gegründet. Alle wurden 1888 heiliggesprochen. Das zentrale Charism des Ordens ist:* **Dienst an der Muttergottes:** Der Name „Serviten“ leitet sich davon ab. * **Brüderliche Gemeinschaftsleben** nach der Regel des heiligen Augustinus * **Verehrung Marias Schmerzen**, Maria am Fuße des Kreuzes als Hauptanliegen * **Theologisches Studium und Predigt**, insbesondere Mariologie**„Von Gottes Ohr zum Dienst am Leben“**Die thematische Leitlinie des Generalkapitels 2001 **”von Gottes Ohr zum Dienst am Leben”** ist besonders aussagekräftig: Sie betont die Wichtigkeit, in der Begegnung mit Gott zu verweilen und diese Erfahrung dann im Dienst an den Menschen zu leben.
  • Gotteserhörung: Maria als Frau des Magnifikats, die „alle diese Dinge in ihrem Herzen meditierte“ (Lukas 2,19)
  • Dienst des Lebens: Maria als Mutter des Lebens (Magnifikat: „die Demütigen erhob sie“)
  • Spirituelle Bewegung: Von der Kontemplation zum Handeln, von der marianischen Innerlichkeit zur Verteidigung bedrohter menschlicher Leben

Diese Formel fasst das Programm der postkonfessionellen Mariologie zusammen: Nicht nur Gebet, sondern auch sozialer Dienst, inspiriert durch die marianische Spiritualität.

Verbindung zu anderen marianischen Ordenen

Weitere religiöse Orden mit spezifischem Marianismus:

  • Serviten (1233): Maria der Schmerzen
  • Carmeliterorden (12. Jahrhundert): Maria vom Karmel, Escapular
  • Mercedarier (1218): Maria der Gnade, Rettung der Gefangenen
  • Gesellschaft Mariens / Marianisten (1817, Chaminade)
  • Söhne der Unbefleckten Maria / Oblaten (1816, Eugen von Mazenod)
  • Kleiner Orden Mariens / Salesianer (1859, Johannes Bosco)
  • Gesellschaft Mariens von Montfort (1715, Ludwig Maria Grignion de Montfort)
  • Marianer (1670, Stanislaus Papczynski)

Pastorale Tradition

Die Enzyklika von 2001 ist ein Beispiel dafür, wie Johannes Paul II. die Charismen der marianischen religiösen Orden als lebenswichtige Elemente der heutigen Kirche wertschätzte. Jeder marianische Orden hat sein spezifisches Charisma, aber alle streben das gleiche Ziel an: Die Kirche näher an Maria heranzuführen und durch Maria an Christus.

Weiterführende Lektüre

Vita Consecrata | Redemptoris Mater | Ludwig Maria Grignion de Montfort | Ehre Maria 1995

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