Weihung an Sankt Josef: Was ist das und wie geht man vor?

Consagração a São José: o que é e como fazer

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Weihe an Sankt Josef

Weihe an Sankt Josef ist der Akt, in dem sich der Christ auf stabile und vertrauensvolle Weise der Obhut und der geistigen Vaterschaft des Gemahls Marias überlässt, um Jesus Christus noch voller anzugehören. Im heute am weitesten verbreiteten Ansatz bereitet sich diese Hingabe über einen Zeitraum von 33 Tagen durch tägliche Lektüre, Meditation und Gebet vor und gipfelt in einem feierlichen Akt der Weihe, der vorzugsweise an einem josefinischen Festtag, etwa am Fest des heiligen Josef (19. März) oder am Gedenktag des heiligen Josef, des Arbeiters (1. Mai), rezitiert wird. Um sich Sankt Josef zu weihen, reicht es daher aus, das Enddatum zu wählen, die Vorbereitung ernsthaft anzugehen, die Sakramente der Beichte und der Eucharistie zu empfangen und den Akt der Hingabe zu sprechen, den man danach jeden Tag erneuert.

Was bedeutet es, sich einem Heiligen zu weihen (und was nicht)?

Im strengen Sinne kann man nur Gott weihen: Weihen bedeutet, jemanden oder etwas für den göttlichen Kult zu reservieren, und keine Kreatur kann das letzte Ziel dieser Trennung sein. Wenn die katholische Tradition von der Weihe an Maria oder Josef spricht, verwendet sie den Begriff in einem abgeleiteten und relationalen Sinne. Es handelt sich um eine vertrauensvolle Hingabe – die italienische Theologie spricht von affidamento –, bei der der Gläubige sich unter das Beispiel, die Fürbitte und die Obhut eines Heiligen stellt, um besser das durch die Taufe geschenkte Leben in der Gemeinschaft der Heiligen zu leben. Die Sprache der Kirche selbst bestätigt diesen Gebrauch: Der Katechismus ermutigt den Gläubigen, «sich dem heiligen Josef, dem Patron eines guten Todes, anzuvertrauen» (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1014).

Dann wird klar, was die Weihe an Sankt Josef nicht ist: Sie ist weder ein Sakrament noch ein obligatorischer liturgischer Ritus, sondern eine Form der Andacht. Sie ist keine Ersetzung Gottes durch einen Heiligen, was Götzendienst wäre, sondern ein Weg innerhalb der Gemeinschaft der Heiligen. Sie ist keine automatische Gewähr für Gnaden, sondern eine geistige Freundschaft, die Umkehr erfordert. Und sie fügt keinen weiteren Herrn zur christlichen Lebensweise hinzu: Wer sich Sankt Josef weiht, imitiert vielmehr den Sohn Gottes, der in Nazaret unter der Autorität seines Vaters aufwuchs.

Der theologische Grund: Echte Vaterschaft und Fürsorge

Die josefinische Hingabe stützt sich auf zwei Säulen, die von der Josefologie gut erforscht sind: die Vaterschaft Josefs über Jesus und seine Fürsorge für die Kirche. Der biblische Ausgangspunkt ist klar. Der Engel sagt Josef im Traum: «Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen. Denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist» (Mt 1,20) – in der Neuen Vulgata: noli timere accipere Mariam uxorem tuam. Und Johannes Paul II. eröffnet das Apostolische Schreiben Redemptoris custos genau mit der stummen Antwort des Gerechten: «Berufen, den Erlöser zu beschützen, ‚nahm Josef seine Frau zu sich‘ (Mt 1,24)» (Redemptoris custos, Nr. 1).

Aus diesem Gehorsam entsteht eine echte Vaterschaft, nicht aber eine fiktive. Johannes Paul II. lehrt, dass «die Ehe mit Maria die rechtliche Grundlage der Vaterschaft Josefs ist» (Redemptoris custos, Nr. 7) und präzisiert seinen Status:

Zitierte Texte in deutscher Übersetzung:

• „In ihr ist Josef der Vater; seine Vaterschaft jedoch ist nicht nur ‚äußerlich‘ oder ‚ersetzend‘, sondern sie ist voll und ganz mit der Authentizität der menschlichen Vaterschaft und der authentischen Erfüllung der väterlichen Mission innerhalb der Familie ausgestattet.“ (Redemptoris custos, Nr. 21)

• „Wenn Josef als wahrer Vater gilt, dann lebte das fleischgewordene Wort unter seiner Autorität. Redemptoris custos, aufgreifend und zitierend Leo XIII., lehrt, dass daraus folgt, ‚dass das Wort Gottes sich unter Josef beugt, ihm gehorcht und ihm die Ehre und Verehrung erweist, die Kinder ihren Eltern schulden‘ (Redemptoris custos, Nr. 8, Zitat aus Leo XIII.). Sich Josef zu weihen bedeutet also, Jesus in dem einzigen Punkt nachzuahmen, in dem die Nachahmung wörtlich ist: sich von jenem bewahren lassen, dem der Vater seinen Sohn anvertraute.“

• „Der zweite Pfeiler ist die kirchliche Fürsorge. Am 8. Dezember 1870 erklärte der selige Pius IX. mit dem Dekret Quemadmodum Deus offiziell Sankt Josef zum Patron der gesamten Kirche: ‚In schwierigen Zeiten für die Kirche wünschte Pius IX., sie unter die besondere Obhut des heiligen Patriarchen Josef zu stellen und ihn zum „Schutzpatron der katholischen Kirche“ zu erklären‘ (Redemptoris custos, Nr. 28). Leo XIII. empfahl in seiner Enzyklika Quamquam pluries (1889) den Christen, Josef mit großer Frömmigkeit und Vertrauen kontinuierlich zusammen mit der Muttergottes anzurufen (Quamquam pluries, Nr. 2). Franziskus bemerkt, dass ‚nach Maria, der Mutter Gottes, kein Heiliger im Lehramt des Papstes so viel Platz einnimmt wie Josef, ihr Gemahl‘ (Patris corde, Vorwort). Die persönliche Weihe vollzieht nur auf der Ebene des eigenen Lebens, was die gesamte Kirche als Leib bereits getan hat: sich dem Hüter des Erlösers anvertrauen.“

Analogie zur Marienverehrung:

• „Die Hingabe an Sankt Josef ist keine willkürliche devotionale Kopie, sondern eine theologisch begründete Analogie zur Hingabe an die Jungfrau Maria und wie bei jeder Analogie gibt es sowohl Ähnlichkeiten als auch Unterschiede. Die Ähnlichkeit liegt in der Logik: Niemand widmet sich Maria, um bei ihr zu bleiben, sondern um durch sie zu Christus zu gelangen, und niemand überlässt sich Josef, um bei ihm zu bleiben, sondern um von ihm bewahrt zu werden auf dem Weg zu Christus. Die Unterschiede liegen im Grund: Die Würde der Mutter Gottes ist einzigartig und unübertrefflich. Leo XIII. fasste beide Dinge gleichzeitig zusammen: „Es ist wahr, dass die Würde der Mutter Gottes so hoch ist, dass nichts darüber stehen kann; aber da zwischen der allerseligsten Jungfrau und Josef ein ehelicher Bund geschlossen wurde, besteht kein Zweifel daran, dass jene höchstwürdige Würde, durch die die Mutter Gottes alle Geschöpfe bei weitem übertrifft, ihm näher stand als jedem anderen.“ (Quamquam pluries, Nr. 3)

• „Daher konkurrieren die beiden Hingaben nicht, sondern ergänzen sich. Johannes Paul II. betont, dass ‚aus diesem göttlichen Geheimnis heraus Maria zusammen mit Josef die erste Empfängerin ist‘ (Redemptoris custos, Nr. 5). Wer bereits im ‚totus tuus‘ lebt, findet in der Hingabe an Josef den natürlichen Abschluss: in der ganzen Hausgemeinschaft von Nazaret mit Mutter und Vater wie mit dem Sohn wohnen.“

Wie man es macht: Die 33-Tage-Vorbereitung und der Akt der Hingabe:

Die weit verbreitete Methode spiegelt bewusst das montfortianische Schema einer 33-tägigen Hingabe an die heilige Maria wider und wurde durch das Buch Hingabe an Sankt Josef des Paters Donald H. Calloway (2020) populär gemacht. Die Praxis, sich Sankt Josef anzuvertrauen, ist jedoch viel älter: Die josefinische Frömmigkeit wuchs kontinuierlich im 19. Jahrhundert, bis Pius IX. sie mit der Erklärung des universellen Patronats (1870) krönte und Leo XIII. mit Quamquam pluries (1889) festigte. In praktischer Hinsicht umfasst der Weg fünf Schritte:

  1. Auswahl des Datums für den Akt und Rückzählung von 33 Tagen. Bevorzugte Daten sind josefinische Feiertage: der 19. März (Fest des heiligen Josef), der 1. Mai (Josef, der Arbeiter) oder der 23. Januar, das Gedenken an die Verheiratung Marias und Josefs in einigen Kalendern, obwohl jedes ernsthaft gewählte Datum gültig ist.
  2. Tägliche Vorbereitung: Ein Abschnitt der Meditation über das Leben und die Tugenden Josefs (die Träume, die Stille, die Arbeit, die Flucht nach Ägypten, das verborgene Leben) und ein josefinisches Gebet. Ein hervorragender und sicherer Leitfaden ist es, während der 33 Tage die Redemptoris custos und Patris corde, die beiden bedeutenden josefologischen Dokumente der jüngsten Zeit, zu lesen.
  3. Tägliches Beten der Josefslitanei, die vom Heiligen Stuhl 1909 genehmigt und 2021 mit sieben neuen Anrufungen bereichert wurde, darunter Custos Redemptoris, Serve Christi, Minister salutis und Fulcimen in difficultatibus (Kongregation für den Gottesdienst, Schreiben vom 1. Mai 2021). Wir erläutern jede Anrufung im Artikel über die Josefslitanei.
  4. Seelische Vorbereitung: Sakrament der Beichte in den Tagen vor dem Akt und am Tag selbst Teilnahme an der Messe mit der Eucharistie.
  5. Aussprechen der Hingabe vor einem Bild des heiligen Josef, vorzugsweise nach der Messe, und Erneuerung danach mit einer kurzen Formel, wie es beim Totus tuus getan wird.

Der Inhalt des Aktes ist wichtiger als die Formel: Anerkennung Josefs als Vater und Beschützer, Übergabe der eigenen Person, Familie, Arbeit und des eigenen Todes und die Bitte, er möge das ihm Geweihte bewahren, wie er Jesus und Maria bewahrt hat.

Spirituelle Früchte der Hingabe

Die erste Frucht ist das, was Franziskus die größte Gnade nennt: «Wir haben nur noch zu bitten, dass Sankt Josef uns die Gnade der Gnaden schenkt: unsere Bekehrung» (Patris corde, Schluss). Josef führt nicht zu außergewöhnlichen Erfahrungen, sondern zum gewöhnlichen Leben in Gott. Daraus ergeben sich die anderen Früchte. Der Gehorsam des Glaubens: Was Josef tat, als er Maria annahm, ist «der reinste „Gehorsam des Glaubens“» (Redemptoris custos, Nr. 4). Die Innerlichkeit: Die Evangelien lassen in den Taten Josefs «ein Klima tiefster Kontemplation» (Redemptoris custos, Nr. 25) erkennen. Die Heiligung der Arbeit: An der Werkbank des Zimmermanns «nähert Josef die menschliche Arbeit dem Geheimnis der Erlösung» (Redemptoris custos, Nr. 22). Stärkung in Prüfungen: Jeder kann bei Sankt Josef «einen Vermittler, einen Trost und eine Führung in schwierigen Zeiten finden» (Patris corde, Vorwort). Und der gute Tod: Die Tradition, zusammengetragen im Katechismus (Nr. 1014), vertraut die letzte Stunde Josef an, der nach christlicher Überlieferung zwischen Jesus und Maria starb.

Die alte biblische Typologie fasst alles zusammen: „Ite ad Ioseph“, „geht zu Josef“ (Gen 41,55), sagte der Pharao zu den hungernden Ägyptern, und die Tradition wendete diesen Ausdruck auch auf unseren Patriarchen an. Die 33-tägige Weihe ist einfach die reife, methodische und theologisch fundierte Form, dem Rat zu folgen: zu Josef gehen, bei Josef bleiben und durch seine väterlichen Hände ganz Jesus Christus angehören.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Weihe an Sankt Josef?

Es ist das vertrauensvolle Einlassen des Christen in den Schutz und die geistige Vaterschaft von Sankt Josef, dem Ehemann Marias, um Jesus Christus auf vollere Weise anzugehören. Es ist kein Sakrament, sondern ein Akt der Andacht, der die Taufe in der Gemeinschaft der Heiligen aktualisiert.

Wie führt man eine 33-tägige Weihe an Sankt Josef durch?

Man wählt ein Enddatum, vorzugsweise einen josefinischen Feiertag, und zählt 33 Tage zurück. An jedem Tag findet eine Meditation über das Leben und die Tugenden von Sankt Josef statt und man betet den Rosenkranz. Am markierten Tag, nach Beichte und Kommunion, wird der Akt der Weihe ausgesprochen, der danach täglich erneuert werden kann.

An welchem Datum sollte man die 33 Tage Vorbereitung beenden?

Bevorzugte Daten sind der 19. März, das Fest des heiligen Josef, und der 1. Mai, der Gedenktag des heiligen Josef als Arbeiter. Einige Kalender erlauben auch den 23. Januar, das Gedächtnis der Verlobung Marias und Josefs. Jedes Datum kann genutzt werden, solange die Vorbereitung ernsthaft ist.

Ersetzt die Weihe an Sankt Josef die Weihe an die Heilige Jungfrau?

Nein. Beide Hingaben ergänzen einander, da beide zu Christus führen. Die Würde der Mutter Gottes bleibt einzigartig, und Leo XIII. lehrte, dass Josef ihr durch die eheliche Verbindung am nächsten stand. Wer bereits das „Totus tuus“ lebt, findet in der Hingabe an Josef den natürlichen Ergänzungspunkt.

Welche Leseroute sollte man bei der Weihe an Sankt Josef nutzen?

Die am weitesten verbreitete Methode ist das Buch „Consecration to St. Joseph“ von Pater Donald H. Calloway (2020). Eine ebenso sichere Route ist es, die Lektüre von „Redemptoris custos“ von Johannes Paul II. und „Patris corde“ von Franziskus mit dem Rosenkranz auf die 33 Tage zu verteilen.

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