Johannes Paul II. – „Ich werde euch Hirten schenken“ und das Leben im Dienst: Maria, Mutter der Priester und Symbol des Lebens im Dienst.

Von Prof. Dr. Daniel C. Afonso · Aktualisiert am
Johannes Paul II. und Maria im Priestertum und im religiösen Leben
Der heilige Johannes Paul II. widmete zwei bedeutende postsynodale Exhortationen dem geweihten Leben und dem Priestertum: Pastores Dabo Vobis (25. März 1992) über die Priesterbildung und Vita Consecrata (25. März 1996) über das religiöse Leben. Beide Dokumente enden mit ausführlichen marianischen Abschnitten, in denen Maria als archetypisches Modell für die Hingabe an Gott und das Priestertum dargestellt wird.
Papst: Heiliger Johannes Paul II.
Dokumente:
• Pastores Dabo Vobis (1992, Nr. 82)
• Vita Consecrata (1996, Nrn. 28, 112)
Thema: Maria im Dienst des Priesters, Maria als Symbol des religiösen Lebens
Pastores Dabo Vobis, Nr. 82: Maria, Mater Sacerdotum
Mater Iesu Christi et Mater sacerdotum, hoc accipe nomen quod Tibi tribuimus, ut maternum munus tuum celebremus et Sacerdotium Filii tui tuorumque horum filiorum contemplemur apud Te, Sancta Dei Genitrix.
Maria, Mutter Jesu Christi und Mutter der Priester, empfange diesen Namen, den wir Dir entgegenbringen, um Deine Mutterschaft zu feiern und mit Dir das Priestertum Deines Sohnes und Deiner Söhne zu betrachten, Heilige Gottesmutter.
Drei Aspekte der Mutterrolle Marias für die Priester:
- Mater Sacerdotum: Mutter im geistlichen Sinne jedes Priesters, der ein “alter Christus” ist.
- Bildungsvorbild: Maria als diejenige, die Jesus geleitet hat, Modell für die Priesterbildung.
- Schutz in Krisen: Maria als Schutzpatronin der Priester in schwierigen Zeiten.
Vita Consecrata, Nrn. 28 und 112: Maria als Symbol des religiösen Lebens
Nr. 28 von Vita Consecrata stellt die systematischste Referenz im jüngsten Lehramt zum Thema Maria als Symbol des religiösen Lebens dar:
“Maria namque perfectae consecrationis excelsum exemplar est, tota in sua ad Deum pertinendi condicione atque deditione.”
Maria ist in der Tat das höchste Vorbild vollkommener Weihe in der vollen Zugehörigkeit und Ganzhingabe an Gott.
Maria als Typus der drei evangelischen Räte
Johannes Paul II. interpretiert die drei evangelischen Räte (Keuschheit, Armut, Gehorsam) im Licht der Figur Marias:
- Keuschheit: Maria, die Jungfrau, nicht nur körperlich, sondern ganz hingegeben an Gott.
- Armut: Maria, die ihre bescheidene Lage akzeptiert (“ecce ancilla Domini“).
- Gehorsam: Maria, die das “fiat” ausspricht, Gehorsam, der mehr ist als Unterwerfung, vielmehr Hingabe.
Zwei Schlussgebete an Maria
Sowohl Pastores Dabo Vobis als auch Vita Consecrata enden mit einem Gebet an Maria. In Pastores Dabo Vobis (Nr. 82) ruft der Papst sie als Mutter der Priester an. In Vita Consecrata (Nr. 112) vertraut er ihr die geweihten Personen an.
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