Franziskus – Amoris Laetitia und Gaudete et Exsultate: Maria in der Familie und in der täglichen Heiligkeit

## Zwei postsynodale Apostolische Exhortationen des Papstes Franziskus

**Amoris Laetitia (19. März 2016) über die Familie und Gaudete et Exsultate (19. März 2018) über den universellen Ruf zur Heiligkeit** enden mit marianischen Abschnitten, die das Mariendogma in Bezug auf Familie (Johannes Paul II.) und Heiligkeit wieder aufgreifen und vertiefen.

**Papst:** Franziskus

**Dokumente:** Amoris Laetitia (2016, Schlussgebet) | Gaudete et Exsultate (2018, Nr. 176)

**Thema:** Maria in der Familie, Maria als Modell einer alltäglichen Heiligkeit

## Amoris Laetitia, marianisches Schlussgebet

Das Schlussgebet der Exortation **Amoris Laetitia** über die Familie beinhaltet ein Marianisches Gebet und eine Anspielung auf die Heilige Familie von Nazaret als Typus jeder christlichen Familie:

> **”Heilige Familie von Nazaret, unter dem Schutz Marias, die klug pflegte, und unter der Autorität Josef, der sie ernährte, wuchs dort Jesus heran, wie Lukas Zeugnis gibt. Heute nehmen wir sie als Vorbilder für unsere Familie auf, in ihrer Ruhe, ihrem Leid, ihrer gemeinsamen Freude. Maria, unsere Mutter, beten wir zu dir, dass die christliche Familie überall auf Erden ein wahres „Heim-Heiligtum“ des Evangeliums werde.”**

Das Gebet zum Abschluss von **Amoris Laetitia** an die Heilige Familie von Nazaret hat sich zu einem der am häufigsten verwendeten Gebete in der modernen Familienpastoral entwickelt.

## Gaudete et Exsultate Nr. 176, Maria als Modell der alltäglichen Heiligkeit

Die Exortation **Gaudete et Exsultate** über den universellen Ruf zur Heiligkeit schließt mit einem marianischen Abschnitt, der die Lehre von der „Heiligkeit im Alltag“ (sanctitas quotidiana) aufgreift und populär macht:

> **”Auf dem Weg der alltäglichen Heiligkeit ist Maria unsere Mutter. Sie hatte weder eine öffentliche „Ausstrahlung“ noch persönliche historische Großtaten. Doch in einem einfachen Leben in Nazaret erreichte sie den Gipfel der Heiligkeit. Maria lehrt uns die Heiligkeit, die darin besteht, das Evangelium im Alltag treu zu suchen und aufzubauen, sei es durch bescheidene Arbeit im Familienleben oder durch Zuhören den Stimmen der Armen in unserer Nachbarschaft.”**

## Maria und die „Mittelklasse der Heiligkeit“

# Franziskische Mariologie: Eine innovative Perspektive auf Maria

Francisco entwickelt eine neuartige Idee: Maria gehört zu dem, was er als „Mittelklasse der Heiligkeit“ bezeichnet, jene alltäglichen Heiligen ohne außergewöhnliche Taten, aber mit tiefer täglicher Treue. Diese Sichtweise ist originell und beliebt: Maria wird nicht als ferne Superfrau dargestellt, sondern als nahe stehende Frau, ein zugängliches Vorbild für jeden Christen.

## Mariologie von Franziskus: Eine Zusammenfassung

Das mariologische Lehramt des Papstes Franziskus weist im Vergleich zu seinen Vorgängern fünf charakteristische Achsen auf:

1. **Maria als nahe stehende Person:** Maria als Nachbarin, Mutter aus der Nachbarschaft, eine tägliche Präsenz, nicht nur als ferne Königin.
2. **Maria, die Knotenlöserin:** Eine von Franziskus populär gemachte deutsche Devotio (Maria Knotenlöserin), die er seit Buenos Aires fördert.
3. **Maria, Mutter des Volkes:** Maria als Mutter der armen Massen, der Migranten und Ausgeschlossenen.
4. **Maria, Ikone des einfachen Glaubens:** Sie glaubt ohne den Bedarf intellektueller Beweise.
5. **Maria, Königin aller Schöpfung** (vgl. *Laudato Si*): Maria in der integrierten Ökologie.

## Zusätzliche Lektüre

– Mariologie
– *Evangelii Gaudium*
– *Lumen Fidei* und *Laudato Si*: *Lumen Fidei* und *Laudato Si*
– *Familiaris Consortio* von Johannes Paul II.

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