Unsere Liebe Frau vom Karmel: die Schutzpatronin der Karmeliterfamilie

Von Prof. Dr. Daniel C. Afonso · Aktualisiert am
Unsere Liebe Frau vom Karmel, die Schutzpatronin der Karmeliterfamilie
Unsere Liebe Frau vom Karmel Ist der Titel “Unsere Liebe Frau” der marianische Titel, der Maria identifiziert? Mariaverehrung Die Orden der Karmeliter, gegründet auf dem Berg Karmel (Galiläa) im zweiten Halbjahr des 12. Jahrhunderts von „gottesbewussten Pilgern“ aus dem Westen. Ihr liturgisches Fest wird am 16. Juli gefeiert und ist eine der bekanntesten marianischen Feiern unter den Christen, besonders in den spanischen, italienischen und lateinamerikanischen Regionen.
Ursprung der karmelitischen Marienverehrung
Die ersten Karmeliten, versammelt in einem „Collegium“ unter der Leitung von Albert von Avogadro, Patriarch von Jerusalem (1206-1214), errichteten eine kleine Kirche zur Verehrung der Jungfrau neben ihrer Einsiedelei. Ab 1252 wird der Orden in päpstlichen Dokumenten als „Orden der Heiligen Maria vom Karmel“ bezeichnet. In seiner ursprünglichen Tradition beruht die karmelitische Marienverehrung nicht auf einer besonderen Ikonographie oder einer neuen Form der Andacht, sondern auf der evangelischen Kontemplation der Jungfrau Maria. NazaretEine “Dienerin des Herrn”, die das Wort aufnimmt und bewahrt, und deren “Ja” sie zur Mutter des Mensch gewordenen Sohnes Gottes macht. Maria wird als “Herrin” am ersten Platz im Karmel gesehen, d.h. als jene, deren Dienst die Brüder voll und ganz einnehmen.
Eine “solene Erinnerung” und das Fest am 16. Juli
In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts führten die Karmeliten in England eine „solene Erinnerung an die Selige Jungfrau Maria“ ein, um die Dankbarkeit für die erhaltenen Gnaden Marias als Schutzpatronin zu feiern. Das ursprüngliche Datum war der 17. Juli, verbunden mit der letzten Sitzung des Zweiten Konzils von Lyon (1274), das die Existenz der Ordnung bestätigte. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde das Fest auf den 16. Juli vorverlegt. Benedikt XIII. erweiterte es 1726 auf die gesamte Kirche. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil bleibt es als „facultative Erinnerung“ im römischen Kalender erhalten.
Der Escapular und die Vision des Heiligen Simon Stock
Die Tradition des Karmeliter-Escapulars ist mit einer Vision verbunden, die dem Heiligen Simon Stock (13. Jahrhundert) zugeschrieben wird. Demnach soll die Jungfrau Maria ihm das Karmeliter-Gewand überreicht und gesagt haben: „Dieses wird dein und deiner Nachkommen Privileg sein: Wer sterbend darin gekleidet ist, wird erlöst werden.“ Die historische Wertigkeit dieser Vision wird von Experten diskutiert, da die ältesten Handschriften des Katalogs der Heiligen Karmeliter, in denen sie erwähnt wird, auf das Jahr 1411 oder später datiert sind. Auch die „Bulla Sabatina“ (1322), die dem Papst Johannes XXII. zugeschrieben wird, gilt als gefälscht; sie versprach die Befreiung aus dem Reinigungssatz am ersten Samstag nach dem Tod für diejenigen, die das Escapular trugen.
Die Escapular-Devotion sollte in ihrem wahren Sinn verstanden werden: als „kleines Gewand“, das die Verbundenheit mit der Karmeliter-Familie symbolisiert, eine besondere Hingabe an Maria ausdrückt und zu Nachahmung ihrer Demut und Keuschheit einlädt. Papst Pius XII. bezeichnete es als „Denkmal der Jungfrau, Spiegel der Demut und Keuschheit“.
Die karmelitische Spiritualität betrachtet Maria als Inspirerin, Leitfigur und Herrin eines Lebens, das sich auf das betende Kontemplieren und das Hören des Wortes konzentriert. Die „Anstiege des Karmel“ gipfeln in Christus, und Marias spezifische Aufgabe in der Heilsökonomie ist es, zur Vollkommenheit der Nächstenliebe zu führen, die durch den Berg symbolisiert wird, der Christus ist. Maria ist in der karmelitischen Tradition gleichzeitig „Mutter und Schwester“, in einer Atmosphäre der kontemplativen Intimität. Das II. Vatikanum bestätigt diese Intuition: Maria hat „die Aufgabe einer Mutter in der Ordnung der Gnade … sie sorgt für die Brüder, die noch Pilger sind und sich in Gefahren und Nöten befinden, bis sie in das glückliche Vaterland eingeleitet sind“ (LG 61-62).
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Ordo Fratrum Beatissimae Mariae Virginis de Monte Carmelo ab initio se posuit sub patrocinio Mariae, cuius imitatione vivit et cuius contemplationem propositum habet.
Concílio Vaticano II, Decr. Perfectae Caritatis, n. 2 (28. Oktober 1965)
‚Wörtliche Übersetzung: Die Ordnung der Brüder der Seligen Jungfrau Maria vom Karmel hat sich von Anfang an unter dem Schutz Marias gestellt, deren Leben sie nachahmt und deren Anbetung ihr Ziel ist.‘
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