Weihung an die Jungfrau Maria: De Montfort, Johannes Paul II und die marianische Spiritualität
- Montforts Weihezeit: 33 Tage Vorbereitungszeit, basierend auf dem Werk. Solene Handlung der vollständigen Hingabe an Maria, um zu Jesus zu gelangen.
- 33 Tage bis zur Geburt der Herrlichkeit (Pater Gaitley): Moderne Adaption der Montfort-Weihe, sehr verbreitet in Brasilien und den USA.
- Weihe zum Unbefleckten Herzen Mariens: Gebet aus den Erscheinungen von Fátima. Praktiziert individuell, in der Familie und durch die universelle Kirche.
- Sklaverei der Liebe (Heilige Alfons von Ligorio, Robert Belarmin): Varianten der Weihe mit Schwerpunkt auf der vollständigen Hingabe als Akt der Liebe.
- Familienweihe: Die Familie als Einheit der Weihe, besonders in der Tradition Portugals und Brasiliens.
Theologie der Marienweihe: Einwände und Antworten
Die Theologie der Marianischen Weihe wirft Einwände auf, die eine ernsthafte Antwort verdienen:
Einwand 1: “Die Weihe sollte an Gott und nicht an Maria erfolgen.” Antwort: Die Weihe zu Maria ist letztlich Gott gewidmet. Durch die Hingabe an Maria bitten wir sie, uns Christus zu weihen, wie sie vom Heiligen Geist empfangen wurde. Die Vermittlung Mariens steht nicht im Widerspruch zur Vermittlung Christi: Sie nimmt daran teil (vgl. Mediatrix und Mitmediatorin).
Einwand 2: “Sich Maria als ‘Sklave’ zu nennen ist veraltet und gefährlich.” Antwort: Die Sprache der “Sklaverei der Liebe” bei Montfort ist paradox und rhetorisch, sie drückt die Gesamthingabe aus, nicht eine Herrschaftsbeziehung. Der Apostel Paulus verwendet ebenfalls das Wort doulos (Sklave), um seine Beziehung zu Christus zu beschreiben (Römer 1,1).
Weihe und marianische Bildung
Die Weihe zu unserer Lieben Frau ist nicht nur ein einmaliger Akt: Sie ist Lebensstil. Wer sich Maria weihte, verpflichtet sich dazu, mit ihr zu beten (insbesondere das Heilige Rosenkranz), ihre Tugenden nachzuahmen und sich von ihrer geistigen Mutterbildung prägen zu lassen.
Die akademische Erforschung der Marianischen Weihe, ihre theologischen Quellen, ihre Geschichte, ihre systematischen Implikationen, ist Teil der Ausbildung am Locus Mariologicus im Rahmen des Promotionsstudiums in Mariologie. Die Mariologie bildet die Grundlage, die Andacht zu Theologie und Theologie zu Leben macht.
Die geistliche Hingabe an Maria findet ihren theologischen Grundstein in der Enzyklika Redemptoris Mater von Papst Johannes Paul II., die die Rolle Marias als Weg zu Christus vertieft.
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