Vaterkonklave I – Konstitutionsdekret über den Sohn (1870): dogmatische Definition der Schöpfung der Engel (Mansi, Bände 49-53).

Konklave Vatikan I (XX. Ökumenisches Konzil)*Konzil: Vatikan I (8. Dezember 1869 – 18. Juli 1870, ausgesetzt aufgrund des Risorgimento)**Konzilsvater: Heiliger Pius IX**Dokumente: Dogmatische Konstitution *Dei Filius*, 24. April 1870**Quellen: Mansi, *Sacrorum Conciliorum**, Bände 49-53; Denzinger-Schönmetzer, 3000-3045*Kontext und widerlegte Fehler:Das Konzil Vatikan I wurde einberufen, um den Fehlern des 19. Jahrhunderts entgegenzutreten:– Materialismus: Leugnet die Existenz von Geistwesen (Engeln). – Pantheismus: Identifiziert Gott mit der Natur und leugnet eine vom Schöpfer unterschiedliche Kreatur. – Naturalismus: Leugnet das Übernatürliche, einschließlich der Wirkungen der Engel. – Rationalismus: Reduziert den Glauben auf die natürliche Vernunft, lehnt das Unsichtbare ab.Modernismus: Noch in der Entstehung, wird er 1907 von Pius X. verurteilt.

Text aus dem lateinischen Werk “Dei Filius”, Kap. 1 (Über Gott als Schöpfer aller Dinge)

Die heilige katholische apostolische Kirche glaubt und bekräftigt, dass es nur einen wahren und lebendigen Gott gibt, Schöpfer und Herrn des Himmels und der Erde, allmächtig, ewig, unermesslich, unbegreiflich, unendlich in Geist, Wille und allen Vollkommenheiten…

…Hier allein ist der wahre Gott durch seine Güte und seine allmächtige Kraft nicht zu seinem eigenen Glück bestimmt, noch zu seinem Erwerb, sondern um seine Vollkommenheit durch das Gute, das er den Geschöpfen schenkt, frei nach seinem Willen von Anfang der Zeit her zu offenbaren, schuf er beide Geschöpfe, geistiges und körperliches, nämlich himmlische und irdische, und danach das menschliche, als Gemeinschaft aus Geist und Körper.

Portugiesische Übersetzung aus “Dei Filius”, Kap. 1

„Die Heilige Kirche Katholisch-Apostolisch Rom glaubt und bekräftigt, dass es nur einen wahren und lebendigen Gott gibt, Schöpfer und Herrn des Himmels und der Erde, allmächtig, ewig, unermesslich, unbegreiflich, unendlich in Geist, Wille und allen Vollkommenheiten……Dieser einzige wahre Gott, durch seine Güte und seine allmächtige Kraft, nicht um sein eigenes Glück zu erhöhen oder zu erwerben, sondern um seine Vollkommenheit durch das Gute, das er den Geschöpfen schenkt, frei nach seinem Willen von Anfang der Zeit her beide Geschöpfe geschaffen, geistiges und körperliches, nämlich himmlisches und irdisches, und danach das menschliche, als Gemeinschaft aus Geist und Körper.“

Die vier Anathemen aus Kap. 1

Kapitel 1 der “Dei Filius” wird von fünf Anathemen (doktrinalen Kanonen) gefolgt. Für die Angelologie relevant sind folgende:

Kan. 1, gegen den Atheismus

Latein: „Si quis unum verum Deum, visibilium et invisibilium creatorem et Dominum negaverit: anathema sit.“

Portugiesisch: „Wenn jemand den einzigen wahren Gott, Schöpfer und Herrn der sichtbaren und unsichtbaren Dinge, leugnet, sei er verflucht.“

Kan. 2, gegen den Materialismus

Latein: „Si quis praeter materiam nihil esse affirmare non erubuerit: anathema sit.“

Portugiesisch: „Wenn jemand sich nicht schämt zu behaupten, dass nichts außer der Materie existiert, sei er verflucht.“

Dieser Kanon impliziert die Existenz der Engel als immaterielle, geistige Wesen.

Kan. 5, gegen den Pantheismus

Latein: „Si quis non confiteatur, mundum resque omnes, quae in eo continentur, et spirituales et materiales, secundum totam suam substantiam a Deo ex nihilo esse productas…: anathema sit.“

Portugiesisch: „Wenn jemand nicht bekräftigt, dass die Welt und alle darin enthaltenen Dinge, sowohl geistige als auch materielle, nach ihrer gesamten Substanz aus Nichts von Gott geschaffen sind… sei er verflucht.“

Deutsch:„Wer nicht zugeben will, dass die Welt und alles, was in ihr ist, sowohl das Spirituelle als auch das Materielle, aus Nichts nach der ganzen Substanz Gottes geschaffen wurde, sei verflucht.“

Die drei dogmatischen Aussagen über die Engel

Das Erste Vatikanische Konzil bestätigt und bekräftigt feierlich:– Die Engel existieren als spirituelle Geschöpfe (gegen Materialismus) – Die Engel wurden von Gott aus Nichts geschaffen (gegen Pantheismus und Emanationismus) – Die Engel wurden am Anfang der Zeit geschaffen (vgl. Latraner IV, simul ab initio temporis)

Kontinuität mit dem IV. Lateranischen Konzil (1215)

Der Text aus Dei Filius Kap. 1 ist fast identisch mit Firmiter credimus des Latraner IV (1215). Diese bewusste Wiederholung ist bedeutsam:| Latraner IV (DS 800) | Vatikan I (DS 3002) | |—|—| | „Eines ist der Anfang aller Dinge: der Schöpfer aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge“ | „Eins sei der wahre Gott… Schöpfer und Herr des Himmels und der Erde“ | | „simul ab initio temporis, als ob er sie aus dem Nichts heraus zu beiden Zeiten geschaffen hätte“ | „liberrimo consilio, mit vollem freien Willen, simul ab initio temporis, als ob er sie aus dem Nichts heraus zu beiden Zeiten geschaffen hätte“ | | „spirituell und körperlich, nämlich Engel und die irdische Welt“ | „spirituell und körperlich, nämlich Engel und die irdische Welt“ |Das Vatikan I übernimmt fast wörtlich den Latraner IV, fügt nur „liberrimo consilio“ (mit vollem freien Willen) hinzu, um die absolute Freiheit der Schöpfung gegen jeden Determinismus oder neoplatonischen Emanationismus zu betonen.

Was dem Vatikan I fehlte

Das Erste Vatikanische Konzil wurde durch die Besetzung Roms durch das italienische Risorgimento (20. September 1870) unterbrochen. Folgendes wurde verabschiedet:– Constitutio Dei Filius (über den katholischen Glauben) – Constitutio Pastor Aeternus (über das Primat und die päpstliche Unfehlbarkeit)Doch folgende Dokumente wurden vorbereitet, aber nicht abgestimmt:– Schema über die Kirche (Ecclesia) – Ein detaillierterer Schema über Engel und Dämonen – Ein Schema über die letzten DingeDas Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) griff Teile dieses Materials auf, insbesondere in Lumen Gentium, aber eine systematische Angeologie/Dämonologie wurde nach Latraner IV nicht mehr in einem ökumenischen Konzil behandelt.

Doctrinelle Überlieferung

Dei Filius Kap. 1 bleibt die neueste dogmatische Definition über die Schöpfung der Engel. Es wird wörtlich zitiert:– Codex Iuris Canonici 1917 + 1983: über die Glaubensbekenntnisse der Kleriker – Lumen Gentium 49-50: siehe Post / Lumen Gentium VII 49-50: Engel, die Kirche auf Erden und im Himmel –
  • Katechismus der Katholischen Kirche (1992) Nr. 327: «Die Engel sind geistige, nicht leibliche Wesen»
  • Paul VI., Credo des Volkes Gottes (1968): siehe Beitrag

Zusätzliche Lektüre

IV. Lateranisches Konzil (1215) | Denzinger – Index | KKK – Engel und Dämonen | Paulus VI. Credo

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