# Wer ist Unserer Lieben Frau von Schmerzen?## Unserer Lieben Frau von SchmerzenUnserer Lieben Frau von Schmerzen, auch als Mater Dolorosa oder Unsere Liebe Frau der Barmherzigkeit bekannt, ist ein marianischer Titel, der Maria im Leid betrachtet: an der Seite des Kreuzes, teilnehmend an der Passion Christi mit ungeteilter Liebe und Schmerz. Ihr Fest wird am 15. September gefeiert, einen Tag nach der Erhöhung des Heiligen Kreuzes.## Die Verehrung der Schmerzen MariensDie Verehrung der **Schmerzen Mariens** hat ihre Wurzeln in der ältesten Tradition der Kirche. Sie vereint zwei grundlegende Elemente: die historische Dimension (Maria litt tatsächlich, als sie den Tod ihres Sohnes sah) und die theologische Dimension (Marias Leid hat einen Wert in der Heilsordnung, den die Theologie zu artikulieren sucht, ohne es jemals mit der erlösenden Passion Christi gleichzusetzen).## Die sieben Schmerzen MariensDie devotionale Tradition hat Marias Leiden in **sieben Schmerzen** organisiert, basierend auf Texten des Neuen Testaments und spiritueller Meditation:– **1. Schmerz: Die Prophezeiung Siméon’s (Lukas 2,34-35):** Im Tempel verkündet der Alte Simeon Maria: “Eine Säbel wird deine Seele durchbohren.” Dies ist die Schatten der Kreuzigung, die über den Beginn des Lebens Jesu fällt.– **2. Schmerz: Die Flucht nach Ägypten (Matthäus 2,13-15):** Die Vertreibung mit dem Kind, die Verfolgung durch Herodes, das Leben als Flüchtlinge in einem fremden Land.– **3. Schmerz: Das Verschwinden Jesu im Tempel (Lukas 2,41-50):** Drei Tage der Angst und Suche nach dem verschwundenen Sohn, eine Vorahnung der drei Tage im Grab.– **4. Schmerz: Maria trifft Jesus am Kreuz (Lukas 23,27-28):** Der Blick der Augen, Mutter und Sohn auf dem Weg zum Kalvarienberg.– **5. Schmerz: Die Kreuzigung und der Tod Jesu (Johannes 19,25-30):** Maria an der Seite des Kreuzes, Zeugin des Todes ihres Sohnes. Der zentrale Moment der Schmerzen.– **6. Schmerz: Jesus vom Kreuz genommen und in Marias Arme gelegt (Johannes 19,38-40):** Die Pietà, der tote Sohn im Arm der Mutter. Eine der mächtigsten Szenen der christlichen Kunst und Spiritualität.– **7. Schmerz: Die Bestattung Jesu (Johannes 19,41-42):** Maria bei der Bestattung, allein gelassen, nachdem der Stein vor dem Grab gewälzt wurde.## Die Theologie der Barmherzigkeit MariensDas zentrale Konzept der Spiritualität der Schmerzen ist die **Barmherzigkeit**, wörtlich “mit leiden”. Maria war keine ferne Zuschauerin der Passion: sie litt mit dem Sohn auf eine einzigartige und besondere Weise. Die theologische Frage lautet: Was bedeutet und wie viel Wert hat diese **Barmherzigkeit**?Papst Johannes Paul II. erklärte in seiner Enzyklika *Salvifici Doloris* (1984), dass menschliches Leid an Christus angeschlossen werden kann und erlösend werden kann, nicht im Sinne eines Zusatzes zur Erlösung Christi, sondern durch eine Teilnahme daran. Maria ist das höchste Modell dieser Teilnahme: ihre **Barmherzigkeit** am Kreuz ist die höchste Form der menschlichen Zusammenarbeit am Werk der Erlösung.## Das Konzil von Vatikan II (LG 58) besagt, dass Maria „auf der Pilgerreise des Glaubens vorangeschritten ist und ihre Vereinigung mit dem Sohn treu bewahrt hat bis zum Kreuz, wo sie, im Einklang mit göttlichem Plan, tief mit ihrem einzigen Sohn litt, sich seinem Opfer mit mütterlicher Herzensnähe anschloss.“## Die Woche Santa und die Verehrung der Schmerzen MariasDie **Woche Santa** ist die liturgische Zeit, in der die Verehrung der **Schmerzen Marias** ihren Höhepunkt erreicht. In vielen Ländern mit katholischer Tradition, wie Portugal, Spanien, Brasilien, den Philippinen, Mexiko, finden während der Prozessionen der Woche Santa oft die **Mater Dolorosa**, eine trauernde Darstellung Marias, als zentrales Motiv. Sie wird mit einer Schwertwunde am Herzen oder einem schwarzen Mantel dargestellt und von einer betenden Menschenmenge begleitet.Diese Volksdevotion ist keine oberflächliche Folklore: Sie spiegelt die Intuition der gläubigen Menschen wider, dass das menschliche Leid in dem Leiden Marias und Christi eine Bedeutung findet. Wer einen toten Sohn betrauert, wer an einem unheilbaren Krankheitsleiden leidet oder wer einer ungerechten Verfolgung ausgesetzt ist, findet in unserer Lady von den Schmerzen eine Mitfühlende, die selbst das Leid kennt.## Stabat Mater: Das Lied der SchmerzenDas **Stabat Mater**, dem Franziskaner Jakopone da Todi (13. Jh.) zugeschrieben, ist das liturgische Lied der Schmerzen Marias. Sein Anfang gilt als einer der schönsten Texte der christlichen religiösen Dichtung: *”Stabat Mater dolorosa / iuxta crucem lacrimosa / dum pendebat Filius.”* (“Die trauernde Mutter stand / nahe dem Kreuz voller Tränen / während der Sohn hing.”)Das **Stabat Mater** wird bei den Vespere-Feiern zum Fest unserer Lady von den Schmerzen (15. September) und in der Liturgie des Freitags zur Karwoche gesungen. Komponisten wie Pergolesi, Vivaldi, Haydn, Schubert und Dvořák haben es vertont, wodurch es zu einem der einflussreichsten Texte in der Geschichte der Kirchenmusik geworden ist.## Schmerzen, Erscheinungen und MarienbotschaftenIn den **großen Marienerscheinungen** kommt das Thema der Schmerzen immer wieder vor. In **Fátima** zeigte die Jungfrau Maria den Kindern ihr unbeflecktes Herz, umgeben von Dornen, als Symbol ihrer Schmerzen. In La Salette (1846) erschien sie weinend. Viele der am meisten verehrten Heiligtümer weltweit zeigen Maria als Mater Dolorosa.Die theologische Botschaft ist klar: Maria, die der Nächste zu Christus ist, ist auch die Nächste allen Leidenden. Ihre Mitgefühl ist nicht nur historisch; es ist zeitlos, mütterlich und universell.## Die Theologie der Schmerzen Marias studieren**Theologie der Schmerzen Marias**Die Theologie der Schmerzen Marias ist eines der reichsten Themen in der Mariologie, das sich mit Soteriologie (Sündhergangslehre), Christologie (Lehre von Christi Leid und Tod), theologischer Anthropologie (Bedeutung des menschlichen Leidens) und Spiritualität befasst. Das *Locus Mariologicus* bietet im Rahmen seiner **Postgradualen Mariologie** eine spezielle Aufmerksamkeit für dieses Thema, um Theologen auszubilden, die in der Seelsorge Menschen in Licht des marianischen Mysteriums begleiten können.**Fragen und Antworten:****1. Welche sind die sieben Schmerzen Marias?**1. Die Prophezeiung Simeons (Lukas 2,35).
2. Die Flucht nach Ägypten (Matthäus 2,13-14).
3. Der verlorene und gefundene Jesus im Tempel (Lukas 2,43-45).
4. Das Treffen mit Jesus am Weg zum Kreuz.
5. Die Kreuzigung und der Tod Jesu.
6. Der Abstieg von der Kreuze.
7. Die Bestattung Jesu.**2. Was ist Marias “Mitgefühl” in den sieben Schmerzen?**Marias Mitgefühl (aus dem Lateinischen com-pati, mit leiden) bezieht sich auf ihre Mitwirkung am erlösenden Leiden Christi. Maria ist keine bloße Zuschauerin, sondern leidet innerlich mit dem Sohn an der Kreuz. Diese gemeinsame Teilnahme am Erlösungsmysterium bildet die theologische Grundlage für die Titel als Mitredentorin und Vermittlerin.**3. Wann wird das Fest Unserer Lieben Frau von den Schmerzen gefeiert?**Die katholische Kirche feiert das Fest Unserer Lieben Frau von den Schmerzen am 15. September, dem Tag nach der Feier der Exalting der Heiligen Kreuz (14. September). Diese liturgische Nähe betont die enge Verbindung Marias mit dem Oster-Geheimnis Christi, welches im Zentrum der Schmerzen-Theologie steht.**Weiterführende Studien:**Erforschen Sie die **Mariologie**, **theologische Marianik**, **marianische Erscheinungen** und die **Postgraduale Mariologie**, sowie die **Engelkunde**, häufig gestellte **Fragen** und das Thema **Präsentation im Tempel** (Simeons Schwert).
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