Weihung der Basilika Santa Maria Maggiore: die erste Marienkirche Roms

Von Prof. Dr. Daniel C. Afonso · Aktualisiert am
Feier der Weihe der Basilika Santa Maria Maggiore, dem ersten Marianischen Heiligtum Roms
Die Basilika Santa Maria Maggiore gilt als das erste und bedeutendste Marianische Heiligtum Roms. Ihre Weihe wird am 5. August gefeiert und erinnert an den Bau dieser Basilika durch Sixtus III (432-440) kurz nach dem Konklave von Ephes (431) als Monument der Lobpreisung der göttlichen Mutter Maria, der Theotokos.
Historische Herkunft und der Legende des Schneefalls
Eine anmutige Volkstradition schreibt den Bau der Basilika einem wundersamen Schneefall am 5. August auf dem Esquilin-Berg zu, während der Zeit des Papstes Liberius (352-366). Historisch gesehen jedoch wurde die uns heute bekannte Basilika von Sixtus III (432-440) errichtet, genau ein Jahr nach der feierlichen Verkündigung des Dogmas der göttlichen Mutterschaft auf dem Konklave von Ephes. Die liturgische Reform des Zweiten Vatikanischen Konzils ersetzte die alte Bezeichnung “Santa Maria ad Nives” durch die aktuelle “Weihe der Basilika Santa Maria Maggiore”, indem sie den theologischen Wert des Gebäudes über die legendäre Erzählung stellte.
Der Triumphbogen und die Mosaike des 5. Jahrhunderts
Das künstlerisch wertvollste Element der Basilika ist der Triumphbogen des 5. Jahrhunderts, der eine Verherrlichung der göttlichen Mutterschaft aus der Perspektive der gesamten Heilsgeschichte darstellt. In der Mitte thront der Herr auf einem Thron mit der “crux gemmata” (geschmückter Kreuz), und auf beiden Seiten sind Szenen der Ankündigung, der Präsentation im Tempel, der Anbetung der Weisen und der Städte Bethlehem und Jerusalem dargestellt, die den Ursprung und das Ende des irdischen Lebens Jesu sowie die Geburt der Kirche symbolisieren. In beiden Städten ist Maria anwesend und wirksam.
Die “Salus populi romani”
Die Jungfrau Theotokos wird in dieser Basilika besonders verehrt, indem sie den ausdrucksstarken Titel “Salus populi romani” (“Heilung des römischen Volkes”) trägt. Ihr Bild in der Pauluskapelle (errichtet von Papst Paul V, 1605-1621) ist eines der am meisten verehrten Marianischen Ikonen Roms. Mit ihr ist die Erinnerung an die Pest, die unter Gregor dem Großen (590) endete, und die Devotio von Johannes Paul II, der die Basilika jedes Jahr am Fest der Unbefleckten Empfängnis besuchte, verbunden.
Maria, Tempel Gottes und neue Jerusalem
Die erneuerte Liturgie lädt zu einer tiefen theologischen Meditation ein: Die Begriffe “Weihe” und “Kirche”, die auf Maria angewendet werden, offenbaren, dass sie die Jungfrau ist, die “ausschließlich dem Herrn geweiht” ist und zugleich das Bild und der Ursprung der Kirche ist. Maria ist die “vollkommenste Verwirklichung der Kirche in einer einzigen Person” (SC 103). Die neue Jerusalem des Offenbarungsbuchs (21,1-5) findet in Maria ihre höchste Verwirklichung: Sie hat sich in ihrer Jungfräulichkeit vollkommen Gott gewidmet und ist so zur Mutter im Herzen und im Leib geworden. Das materielle Heiligtum, das Maria geweiht ist, ist das Bild von Maria als lebendiger Tempel des Heiligen Geistes.
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Basilica Sanctae Mariae Maioris in Esquilino, prima omnium et maxima ecclesia in Occidente Deiparae dedicata, anno CCCCXXXII a Sixto III aedificata est post Concilium Ephesinum.
Liber Pontificalis, Vita Sixti III (saec. V)
📚 Direkte Übersetzung: Die Basilika Santa Maria Maggiore auf dem Esquilin, die erste und größte Kirche, die der Mutter Gottes im Westen gewidmet ist, wurde im Jahr 432 von Sixtus III. nach dem Konzil von Ephesus erbaut.
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