Dies ist mein geliebter Sohn: Jesaja 42, Akte 10 und die Taufe Jesu in Matthäus 3.

Hier ist mein Sohn, der von mir geliebt ist, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.
Mt 3,17

Das Fest der Taufe des Herrn markiert das Ende der Weihnachtszeit und eröffnet die gemeinsame Zeit im Jahr A mit drei Texten rund um die öffentliche Manifestation Jesu als Gottes Sohn. Is 42,1-4.6-7 stellt den Herrn dar, dessen Diener Gott wohlgefallen findet, auf den er seinen Geist gesandt hat und der für die Nationen Licht sein wird. In Akt 10,34-38 fasst Petrus in Cornélios Haus zusammen: Gott macht keine Unterschiede zwischen Menschen, er hat Jesus von Nazareth mit dem Heiligen Geist und mit Kraft gesalbt und ihn zu einem Guten tun und Dämonen bannen gesandt. Mt 3,13-17 berichtet vom Taufen Jesu durch Johannes im Jordan: Der Geist kommt als Taube über ihn und eine Stimme aus dem Himmel sagt: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ Die drei Texte beschreiben die Verherrlichung des Sohnes: durch Prophezeiung, apostolisches Zeugnis und den grundlegenden Ereignis.

I. Der erste Lesepass: Is 42,1-4.6-7

Der Herr stellt seinen Diener vor: „Siehe, mein Knecht, den ich gestützt habe, meinen Auserwählten, an dem meine Seele Wohlgefallen gefunden hat. Ich habe auf ihn den Geist gelegt, und er wird Recht bringen für die Nationen“ (Is 42,1). Der Diener soll nicht schreien oder seine Stimme auf der Straße erheben (V.2), er zerbricht nicht den gebrochenen Stab noch löscht das glimmende Feuer (V.3), bis er Recht und Gerechtigkeit auf Erden etabliert (V.4). Und die Mission: „Ich will ihn zum Bund für die Völker und zum Licht für die Nationen machen, damit er die Augen der Blinden öffnet, die Gefangenen aus dem Gefängnis holt und die Gefangenen aus den Finsternissen befreit“ (vv.6-7). Das erste Lied des Knechts des Herrn ist die präziseste Prophezeiung über die Taufe Jesu: Der Geist, der über ihn kommt im Jordan, ist derselbe, von dem Is 42 spricht. Die Mission des Knechts beginnt mit seiner Salbung und richtet sich an die Schwächsten: die Blinden, Gefangenen und in Finsternis Stehenden.

II. Der zweite Lesepass: Akt 10,34-38

Petrus fasst in Cornélios Haus zusammen: „Gott macht keine Unterschiede zwischen Menschen, sondern akzeptiert jeden, der ihn fürchtet und recht tut“ (Akt 10,34-35). Die gute Nachricht, die an die Kinder Israels verkündet wurde: „Jesus Christus ist Herr über alle“ (V.36). Er fasst das Wirken Jesu zusammen: „Wie Gott Johannes den Täufer gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, so ging Jesus herum und tat Gutes und heilte alle unter der Gewalt des Teufels“ (vv.37-38). Petrus erkennt die Taufe Johannes als Ausgangspunkt für das Wirken Jesu an. Die mit der Taufe verbundene Salbung mit dem Heiligen Geist ist die Kraft, mit der Jesus Gutes tut.

III. Das Evangelium: Mt 3,13-17

Jesus reist von Galiläa zum Jordan, um sich von Johannes taufen zu lassen (Mt 3,13). Johannes versucht ihn aufzuhalten: „Ich bin es, der getauft werden muss von dir, und du kommst zu mir?“ (v.14). Jesus antwortet: „Lass es jetzt sein, denn es ist angemessen, dass wir alle Gerechtigkeit erfüllen“ (v.15). Mit den Worten „alle Gerechtigkeit erfüllen“ meint Matthäus die Treue Jesu zum Plan Gottes: Da Jesus ohne Sünde ist, braucht er keinen Bußtaufe, sondern übernimmt die Position der Sünder als ersten Akt seiner Mission. Als Jesus aus dem Wasser steigt, öffnen sich die Himmel und er sieht den Geist Gottes in Form einer Taube auf sich herabkommen und auf ihm verweilen (v.16). Dann ertönt eine Stimme aus den Himmeln: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefall habe“ (v.17). Die Szene vereint die drei Personen: Der Sohn im Jordan, der Geist, der herabkommt, und die Stimme des Vaters. Es ist die erste trinitäre Offenbarung im Neuen Testament. Es markiert den Beginn: Was hier mit der Taufe des Geistes beginnt, ist die Mission, die in Jesaja 42 prophezeit und in Apostelgeschichte 10 zusammengefasst wurde.

IV. Maria und der geliebte Sohn

Die Stimme des Vaters beim Taufen, „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefall habe“, offenbart öffentlich das, was Maria bei der Verkündigung erfahren hat: „Der Heilige Geist wird über dir kommen und die Kraft des Allerhöchsten wird dich umhüllen. Darum wird das Kind, das geboren wird, heilig sein und Sohn Gottes genannt werden“ (Luk 1,35). Die Taufe im Jordan ist die Offenbarung dessen, was bei der Verkündigung in Nazareth geschehen ist: Der Geist, der Maria bei der Ankündigung des Herrn umgab, ist derselbe, der über Jesus im Jordan herabkommt. Maria war die Erste, die erkannt hat, dass Jesus der geliebte Sohn Gottes ist. Dreißig Jahre vor der Stimme beim Taufen hatte ein Engel ihr bereits gesagt: „Der Heilige Geist wird über dir kommen und die Kraft des Allerhöchsten wird dich umhüllen“ (Luk 1,35). Jesaja 42 beschreibt den Gesalbten, der mit dem Geist gesalbt wird, um die Blinden und Gefangenen zu befreien: Jesus hat diese Mission in Nazareth bei Maria begonnen. In Apostelgeschichte 10 heißt es, dass Jesus „durch das ganze Land zog und Gutes tat und alle Menschen lehrete“: Maria war die Erste, der er dieses Gute tat, die Erste, die seine Gnade empfing, noch bevor er geboren wurde. Die Taufe offenbart der Welt, was Maria bereits wusste: Dies ist der Sohn Gottes, gesalbt vom Geist, gesandt auf eine Mission.

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