Johannes Paul II. – Ecclesia in America (1999): Guadalupe und die inkultivierte Mariologie des amerikanischen Kontinents
Die Apostolische Exortation nach dem Sínodo Ecclesia in America (22. Januar 1999) von Papst Johannes Paul II., ein Ergebnis der Sonderversammlung des Bischofssynods für Amerika (1997), enthält einen bemerkenswerten mariologischen Abschnitt über die Jungfrau von Guadalupe und ihre Rolle in der Evangelisierung des amerikanischen Kontinents. Text im Enchiridion Vaticanum Band 18 (1999), Absätze 38-39 (n. 11 über Maria).
| Sammlung | Enchiridion Vaticanum Band 18, Absätze zu n. 11 |
| Papst | Johannes Paul II. |
| Dokument | Apostolische Exortation nach dem Sínodo Ecclesia in America |
| Datum | 22. Januar 1999 (unterzeichnet in der Basilika von Unserer Lieben Frau von Guadalupe, Mexiko) |
| Originalsprache | Spanisch (Johannes Paul II. entschied sich für die Veröffentlichung auf Spanisch in Anlehnung an Guadalupe) |
Auf allen Teilen des Kontinents war die Gegenwart der Mutter Gottes seit den Tagen der ersten Evangelisierung sehr intensiv, dank der Arbeit der Missionare. In ihrer Predigt wurde «das Evangelium verkündet, indem die Jungfrau Maria als ihre höchste Verwirklichung dargestellt wurde. Von Anfang an, in ihrer Verehrung als Guadalupe, wurde Maria zum großen Zeichen eines mütterlichen und mitfühlenden Gesichts des Vaters und Christi, der uns einlädt, in Gemeinschaft mit ihnen einzutreten».
Die Erscheinung Marias an den Indigenen Juan Diego auf dem Tepeyac-Berg im Jahr 1531 hatte eine entscheidende Wirkung auf die Evangelisierung. Diese Wirkung ging über die Grenzen Mexikos hinaus und erfasste den gesamten Kontinent. Und Amerika, das historisch immer ein Schmelztiegel der Völker war und ist, erkannte im gemischten Gesicht der Jungfrau von Tepeyac «in Santa Maria von Guadalupe… ein großes Beispiel für eine perfekt in die Kultur integrierte Evangelisierung».
Maria als Weg zu Christus (zitierend aus Cana und der Enzyklika Redemptoris Mater)
Spanisch: Am Anfang seines öffentlichen Lebens, bei den Hochzeiten von Kana, als der Sohn Gottes sein erstes Zeichen vollbrachte und den Glauben der Jünger weckte (Joh 2,11), war es Maria, die einwirkte und die Diener zu ihrem Sohn hinleitete mit den Worten: «Tut, was er euch sagt» (Joh 2,5). Hierzu habe ich an anderer Stelle geschrieben: «Die Mutter Christi tritt als Sprachrohr der Absicht des Sohnes, als Hinweisgeberin der Forderungen, die erfüllt werden müssen, damit die rettende Kraft des Messias offenbar werden kann, vor die Menschen». Daher ist Maria ein sicherer Weg, um Christus zu finden.
Deutsch:Am Beginn seines öffentlichen Lebens, bei den Hochzeiten von Kana, als der Sohn Gottes das erste seiner Zeichen vollbrachte und die Glauben der Jünger weckte (Joh 2,11), tritt Maria auf und leitet die Diener zu ihrem Sohn mit diesen Worten an: „Tut, was er euch sagt“ (Joh 2,5). Zu diesem Thema schrieb ich einst: „Die Mutter Christi tritt als Wortträgerin der Absicht des Sohnes, als Hinweisgeberin der Forderungen, die erfüllt werden müssen, damit die heilsgebende Kraft des Messias offenbart werden kann, vor die Menschen.“ Daher ist Maria ein sicherer Weg, um Christus zu finden.Historisch-pastoraler Sinn
Drei zentrale Aspekte der Mariologie von *Ecclesia in America*:– Marien-Inkulturation: Guadalupe als Modell für die Inkulturation des Evangeliums. Maria übernimmt das gemischte Gesicht der ersten amerikanischen Evangelisationen. – Maria als Evangelisiererin: Maria ist nicht nur Gegenstand der Evangelisation, sondern auch Subjekt, das evangelisiert. – Kontinentalität des marianischen Geschenks: Guadalupe ist ein Geschenk für den gesamten Kontinent, nicht nur für Mexiko.Die geografische Unterschrift des Dokuments
Johannes Paul II. wollte *Ecclesia in America* nicht in Rom, sondern in der Basilika Unserer Lieben Frau von Guadalupe in Mexiko unterzeichnen (22.-26. Januar 1999). Es ist das einzige päpstliche Magisterialdokument von Johannes Paul II., das in Mexiko unterzeichnet wurde. Diese geografische Wahl ist selbst ein theologisches Zeichen: Das Dokument über die Kirche in Amerika ist „marianisch durch seine Herkunft“, Guadalupe trägt seine geografische Unterschrift.Erbe von *Ecclesia in America*
Dieser Apostolische Exort ist ständig zitiert:– In *Puebla-Aparecida-Maria-Evangelisierung-Amerika-Latein-Amerika* (2007), Maria vom Kontinent der Hoffnung – In *Evangelii Gaudium* (2013), Mutter der Evangelisation – Im Magistariat von Papst Franziskus, häufige Bezüge an GuadalupeZusätzliche Lektüre
– *Puebla und Aparecida – Amerika Lateinamerika* | *Aparitionen Mariens (Guadalupe)* | *Evangelii Gaudium* | *Redemptoris Mater*Aufbauende Studien in Mariologie
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Siehe die vollständige Liste der von der Kirche anerkannten marianischen Erscheinungen.
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