Maria im Werk von Gil Vicente, dem Vater des portugiesischen Theaters (1465-1536)

Gil Vicente (1465-1536) und das Marientheater: Die Autos de Devoção und die Gegenwart der Jungfrau Maria
Das Auto da Sibila Cassandra: Eine polyphone Feier der Jungfrau und ein originelles mariologisches Argument
Der Text beschreibt Gil Vicente, den Begründer des portugiesischen Theaters, und seine religiösen Werke, einschließlich seiner *Autos*, die eine einzigartige Mischung aus Religion, Komödie und Satire präsentieren. Die Präsenz der Jungfrau Maria ist in seinen Werken allgegenwärtig, wobei er ihre Schönheit, Güte und ihre Rolle als Mutter Gottes hervorhebt.**Was ist ein Auto?** Ein *Auto* (oder *Auto da fé*) war eine Form des mittelalterlichen Theaters, die aus einem einzigen Akt bestand und Elemente des Religiösen und Profanen verband. Die Charaktere sind allegorisch und symbolisieren Tugenden, Laster, Engel und Dämonen.**Das Auto da Sibila Cassandra:** In diesem *Auto* wird die Jungfrau Maria in einer polyphonen Feier verehrt. Die Sibila Cassandra glaubt, die Mutter Gottes zu sein, was sie dazu bringt, ihre Ehe abzulehnen. Als sie ihren Irrtum erkennt, ruft sie die wahre Mutter Gottes an und preist sie. Zu den Charakteren gehören auch Isaías, Abraham, Mose und andere biblische Figuren.**Zitate aus dem Auto:*** **Isaías (an Cassandra):** “Schweig, dumme Frau! Für eine Mutter wie sie ist viel mehr nötig, und vieles wurde über sie vorhergesagt. Doch du bist das Gegenteil: stolz, arrogant und selbstgefällig. Diese unvergleichliche Mutter hat Demut als Merkmal. Flüsse und Felder preisen ihre Schönheit, Schnee ihre makellose Reinheit. Ihre Tugenden sind bei den Geschöpfen nicht zu finden, und unter den Sternen am Himmel ist kein strahlenderer. Sie wurde ohne Sünde konzipiert, zur Königin vor der Geburt auserwählt, von Gott geliebt und als Mutter auserkoren. Durch ihre Tugenden ist sie eine leuchtende Königin und Großherzige, durch Gnade eine Kaiserin, durch Demut eine große Dame – so dass die Welt nie ein Wesen von solch erhabener Würde gesehen hat. Ihr Name ist Maria, was deine Arroganz entlarvt.”* **Abraham (an Isaías):** “Tausendmal hast du den Messias angekündigt und vorhergesagt, ich schwöre es dir: Du hast nicht gelogen.”* **Mose (an Salomon):** “Du hast auch in deinen Liedern von ihr gesprochen, Salomon, und gesagt: ‘Schönste meiner Schönen’, ‘Taube meiner Tauben’, die sich an deiner Herrlichkeit erfreut und dein Anblick ihre Seele erfüllt.”* **Cassandra:** “O Herr, ich bin so verloren und reumütig, dass ich nicht wagen kann, um etwas zu bitten. Ich kenne weder Weisheit noch Klugheit. Ich verdiene es nicht, am Leben zu sein. Jungfrau und Mutter Gottes, ich komme zu dir, Blume der Frauen. Durch die sieben Gaben, die Gott dir gewährt hat, bitte ich dich für die Welt, die so böse ist.”(Das Loblied endet, und die Charaktere singen ein gemeinsames Lied)**Alle Charaktere:** “Wie schön sie ist, die Morgensterne, so fein. Lass uns ihr danken, der Jungfrau Maria, Mutter Gottes, Licht am Himmel, Freude in unserem Leben.”**Geburt Christi:**“Es scheint mir, meine Dame, dass in dieser Finsternis kein Licht nötig ist, denn der Herr, der jetzt geboren wird, ist selbst das unendliche Licht. Mach dir keine Sorgen um die Vorbereitungen, denn er hat sich selbst als wahre Lichtquelle erwiesen. Er ist nicht nur reichlich vorhanden, sondern sein Name ist Brot des Lebens. Also brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, wenn es um Speisen oder Waffen oder Sterne geht. Denn er hat sich selbst als unser wahrer Richter auserkoren.”Die *Presença de Maria* (Präsenz Marias) in Kunst und Literatur wird als legitime und wertvolle Form der Übertragung der marianischen Lehre über die Jahrhunderte hinweg durch die Exortation apostolica *Marialis Cultus* von Papst Paul VI. gewürdigt.**Weiterführende Studien:** Erforschen Sie Mariologie, Theologie Mariae, Marienerscheinungen und ein Postgraduiertenstudium in Mariologie.Masterstudiengang Mariologie
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