Maria im Alten Testament, die Vorahnungen der Jungfrau in der hebräischen Schrift

# Maria im Alten TestamentDer Alte Testament erwähnt Maria nicht namentlich, aber die christliche traditionelle Typologie hat darin zahlreiche Vorahnungen und Prophezeiungen ihrer Mission erkannt. Diese Interpretation, bekannt als Typologie, ist keine spätere Projektion, sondern eine Hermeneutik, die im Neuen Testament selbst begründet ist: Lukas 1,28-55 ist durchgehend mit Verweisen auf das Alte Testament durchsetzt, und Matthäus 1,22-23 zitiert ausdrücklich Jesaja 7,14 als erfüllte Prophezeiung in Maria. Die *Lumen Gentium* (Nr. 55-59) widmet einen spezifischen Abschnitt “Maria im göttlichen Heilungsplan”, in dem sie Texte des Alten Testaments analysiert, die Maria vorausdeuten.## Das Protoevangelium in Genesis 3,15Der zentrale Vers ist Genesis 3,15: “Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Sie wird dich an der Kopfwunde verletzen, und du wirst sie an der Ferse verletzen.” Die patristische Tradition interpretiert die “Frau” als Maria und den “Samen” als Christus. Die lateinische Vulgata (sie wird dich verletzen = ipsa conteret) hat diese mariologische Lesart populär gemacht, obwohl das Hebräische männlich (“hu’, “er”) verwendet. Unabhängig vom Pronomen ist die Tradition einig: Die Feindschaft zwischen der Frau und der Schlange symbolisiert Maria und den Sündenfall.## Jesaja 7,14: Die Jungfrau, die ein Kind gebären wirdJesaja 7,14: “Sieh, eine Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, dem sie den Namen Emanuel geben wird.” Matthäus 1,22-23 zitiert diesen Vers explizit als erfüllte Prophezeiung in Maria. Das hebräische Wort, das Jesaja verwendet, ist ‘almah, was “junges Mädchen im Alter der Ehe” bedeutet, nicht unbedingt “Jungfrau” (was betulah wäre). Die griechische Übersetzung der Siebzig (LXX) verwendet parthenos, “Jungfrau”, und diese Übersetzung zitiert Matthäus. Der prophetische Sinn deutet auf ein außergewöhnliches Zeichen eines ungewöhnlichen Geburtenprozesses hin, der im Neuen Testament mit der Jungfräulichen Geburt Jesu durch den Heiligen Geist in Verbindung gebracht wird.## Mariene Typen: Arche, Eva, Deborah und Judith– **Arche des Bundes**: Die Präsenz der Arche in 2 Samuel 6,2-11 und Lukas 1,39-56 ist parallel: David fragt “Wie soll ich die Arche des Herrn zu mir bringen?” (2 Samuel 6,9) und Elisabeth ruft aus “Wie kann das sein, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?” (Lukas 1,43). Die Arche enthielt die Tora, den Manna und Aarons Stab. Maria enthält das Wort Gottes, das Leben gebende Brot und den Hohenpriester. – **Eva**: Die Typologie Eva-Maria ist seit Irenäus von Lyon (2. Jahrhundert) zentral. – **Deborah** (Richter 5) und **Judith** (Buch Judith 13,14): Frauen, die Israel retteten, werden als Typen Marias gelesen, die zur Rettung beiträgt. – **Königin-Mutter**: Die Gebiara (Königin-Mutter) des Königreichs Juda (vgl. 1 Könige 2,19) ist ein Typ der Maria als Königin.## Das Lied der Lieder und das Profil der BrautDas Lied der Lieder wurde allegorisch als Ausdruck der Liebe zwischen Gott und Israel (rabbinische Tradition) und zwischen Christus und der Kirche (Origenes, Bernhard) gelesen. Eine mariene Lesart sieht in der Braut des Liedes eine Vorahnung Marias: “Du bist so schön, meine Geliebte, ohne Makel” (Lied der Lieder 4,7), ein Text, der in der Liturgie zur Unbefleckten Empfängnis zitiert wird. “Ich bin braun, aber schön” (Lied der Lieder 1,5) wurde auf Madonnenbilder mit dunkler Hautfarbe angewendet. “Wer ist diese, die da steigt aus dem Wüstenland?” (Lied der Lieder 3,6.8) wurde als Hinweis auf die Himmelfahrt Marias interpretiert.## Weiterführende Studien:– Entdecken Sie *Mariologie* – Erkunden Sie *Theologische Marienkunde* – Lesen Sie über *Maria im Bibel* – Informieren Sie sich über das *Dogma der Unbefleckten Empfängnis* – Melden Sie sich für den *Master in Mariologie* an.

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