Mariä Königskrone: Warum Maria Königin des Himmels und der Erde ist

Die Königinlichkeit Mariens – die Wahrheit, dass Maria Königin des Himmels und der Erde ist – gehört zu den ältesten und geliebtesten Ausdrücken des christlichen Glaubens. Mit zwölf Sternen gekrönt im Apokalypse, als Königin angerufen in dem Gebet Salve Regina und in der «Krönung Mariens» des Rosenkranzes verehrt, ist ihre Königlichkeit nicht die eines weltlichen Machts, sondern die Herrlichkeit, die sie durch ihre volle Vereinigung mit Christus, dem König, erlangt hat. Dieser Leitfaden erklärt die Grundlagen, das Fest und die erneuerte Bedeutung durch das Zweite Vatikanische Konzil.
Warum ist Maria Königin?
Die Grundlage der Königlichkeit Mariens ist ihre göttliche Mutterheit: Als Mutter des Königs der Könige nimmt Maria auf einzigartige Weise an der Königlichkeit ihres Sohnes teil. Die Tradition erkennt sie, in der logischen Osternachfolge der Königin-Mutter (die Gebirah im Alten Testament), als diejenige, die rechts vom König sitzt (vgl. Ps 45,10). Ihre Königlichkeit entspringt auch ihrer Vereinigung mit dem Triumph Christi über Sünde und Tod – einem Triumph, an dem sie von der Unbefleckten Empfängnis bis zur Aufnahme in den Himmel voll teilhatte.
Das Fest und die Lehre
Im Jahr 1954 widmete Papst Pius XII. der Königlichkeit Mariens die Enzyklika Ad Caeli Reginam und etablierte das Fest Maria, Königin. Nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wird dieses Fest am 22. August, acht Tage nach der Aufnahme Mariens in den Himmel, gefeiert – eine bewusste Verbindung: Maria ist Königin, weil sie mit dem Sohn vereint und glorifiziert wurde. In Lumen Gentium (Nr. 59) heißt es, dass Maria «nach Abschluss ihres irdischen Lebens vom Herrn als Königin des Universums erhoben wurde, um in voller Übereinstimmung mit ihrem Sohn, dem Herrn der Herren und Sieger über Sünde und Tod, zu sein».
Eine Königlichkeit des Dienstes, nicht der Macht
Das Zweite Vatikanische Konzil erneuerte das Verständnis dieses Titels. Die Königlichkeit Mariens drückt sich nicht so sehr in Interventionsmacht aus, sondern in ihrer existentiellen Bedingung – der «Macht zu sein» der menschlichen Kreatur, in der die Versprechen der Auferstehung bereits erfüllt sind. Die Mutter-Königin dominiert nicht: Sie dient, betet und geht vor dem Volk Gottes als Hoffnungssymbol voran. Ihre Krone ist die Vollendung der Gnade, und ihr Reich ist mütterlich, ganz darauf ausgerichtet, Christus zu führen. Daher steht ihre Königlichkeit in keinem Wettbewerb mit der Gottesherrschaft, sondern hängt von dieser ab und weist darauf hin – ebenso wie ihre Funktion als Vermittlerin aller Gnaden.
Häufig gestellte Fragen
Wann wird Maria Königin gefeiert?
Am 22. August, acht Tage nach der Feier der Aufnahme Mariens in den Himmel (15. August).
Ist die Königlichkeit Mariens ein Dogma?
Sie ist kein autonom definiertes Dogma, sondern eine fest vom Magistrat gelehrte Lehre (Pius XII., Ad Caeli Reginam; Konzil von Vatikan II., Lumen Gentium 59).
Wo wird die Krönung Mariens beschrieben?
Sie ist das fünfte Glanzvolle Geheimnis des Rosenkranzes: «Die Krönung Mariens als Königin des Himmels und der Erde».
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