Lehrbuch der wahren Devotio – Sankt Ludwig Maria von Montfort (Volltext)

Das Werk Tratado da Verdadeira Devoção à Santíssima Virgem (deutsch: Traktat über die wahre Hingabe an die Allerheiligste Jungfrau) ist ein herausragendes mariologisches Werk von Sankt Ludwig Maria Grignion de Montfort (1673-1716), verfasst um 1712 und erst 1842 veröffentlicht, nachdem es über ein Jahrhundert lang unbekannt geblieben war. Es gilt als das einflussreichste Werk der marianischen Spiritualität der letzten dreihundert Jahre und bildet die Grundlage der sogenannten «Sklaverei der Liebe» zu Maria.

AutorSankt Ludwig Maria Grignion de Montfort
ArtTraktat über marianische Spiritualität
Verfasserzeitum 1712, veröffentlicht 1842
ThemaDie wahre Hingabe an Maria: Weihe und Sklaverei der Liebe
IncipitTraité de la vraie dévotion à la Sainte Vierge
Quelle… (unvollständig, da nur der Text bis zum Incipit bereitgestellt wurde)
Entdecktes Manuskript aus dem Jahr 1842: frühe portugiesische Ausgaben des 19. Jahrhunderts

Historischer Kontext

Saint Louis-Marie de Montfort wurde in Montfort-la-Cane (Bretagne) geboren und lebte in einer Zeit des Jansenismus und einer umstrittenen Marienverehrung. Um diesen Fehlern entgegenzuwirken, schrieb er das Werk *Tractat* als theologische Verteidigung der authentischen Marienverehrung. Das Manuskript wurde versteckt, um es vor Gegnern zu schützen, und erst 1842 wiederentdeckt. Johannes Paul II. lernte das *Tractat* während des Krieges kennen, nahm den Ausspruch *Totus Tuus* (aus dem *Tractat*) an und äußerte: „*Die Lektüre des *Tractat der wahren Verehrung* war entscheidend für mein Leben.*“

Originaltext in Französisch, Auszüge

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Die Erlösung der Welt begann durch Maria und wird durch sie vollendet. […] Maria ist der Weg, den unser Herr gewählt hat, um zu uns zu kommen, und der Weg, den wir wählen sollten, um zu ihm zu gelangen. (n. 49)

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Die wahre Verehrung unserer Lieben Frau ist innerlich, zart, heilig, beständig und selbstlos. […] Sie regt die Seele an, die Tugenden der Heiligen Jungfrau nachzuahmen, insbesondere ihre tiefe Demut, ihren lebendigen Glauben, ihre blinde Gehorsamkeit, ihre ständige Gebetshaltung, ihre universelle Askese, ihre göttliche Reinheit, ihre glühende Liebe, ihre heroische Geduld, ihre himmlische Sanftmut und ihre göttliche Weisheit. (nn. 105-108)

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Ich behaupte daher mit allen Heiligen, dass Maria, als die vollkommenste und heiligste der reinen Geschöpfe, und Jesus Christus, der durch sie zu uns kam, auch durch sie zu ihm gehen sollten, als der perfekteste, kürzeste und sicherste Weg. (n. 50)

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Wir nennen einen freiwilligen Sklaven Jesu in Maria eine Person, die durch Glauben und das Beispiel der Heiligen ganz sich selbst dem Herrn weihte, ohne Hoffnung auf irgendeine spirituelle oder irdische Belohnung.

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Übersetzung in Portugiesisch, Auszüge

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A salvação do mundo começou por Maria e será consumada por ela. […] Maria é o meio que nosso Senhor escolheu para vir até nós, e o meio que devemos escolher para ir até Ele. (n. 49)

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A verdadeira devoção a Nossa Senhora é interior, terna, santa, constante e desinteressada. […] Ela excita a alma a imitar as virtudes da Santíssima Virgem, especialmente a sua profunda humildade, a sua fé viva, a sua obediência cega, a sua oração contínua, a sua mortificação universal, a sua pureza divina, a sua caridade ardente, a sua paciência heroica, a sua suavidade angélica e a sua sabedoria divina. (nn. 105-108)

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Defendo, pois, com todos os santos, que Maria, sendo a mais perfeita e santa das puras criaturas, e Jesus Cristo tendo vindo a nós por ela, devemos também ir a Ele por ela, como pelo caminho mais perfeito, mais curto e mais seguro. (n. 50)

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Podemos chamar de escravo voluntário de Jesus em Maria a pessoa que, iluminada pela fé e pelo exemplo dos santos, se consagra toda inteira a Nosso Senhor pelas mãos de Nossa Senhora, sem esperança de qualquer recompensa espiritual ou temporal. (n. 72)

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A «Escravidão do Amor»

Montfort unterscheidet sorgfältig vier Arten der Marienverehrung: (1) äußere und falsche Verehrung, (2) asketische Verehrung, (3) prahlerische Verehrung, (4) wahre, perfekte Verehrung. Diese letzte ist, was er „Escravidão do Amor“ (Sklaverei der Liebe) nennt: die vollständige Hingabe der eigenen Person an Jesus durch Maria, ohne Rücksicht auf Belohnung. Die Formel ist klar: *Totus Tuus ego sum et omnia mea Tua sunt* („Ich bin ganz Deins und alles, was ich habe, ist Deins“), ein Zitat, das von Johannes Paul II. als päpstliches Motto übernommen wurde.

Theologische Bedeutung

Montforts Mariologie ist grundlegend christozentrisch: Maria ist immer ein Mittel, nie ein Ziel. Er unterscheidet deutlich zwischen *Latria* (Anbetung, nur Gott), *Hiperdulia* (hervorragende Verehrung, Maria) und *Dulia* (Verehrung, den Heiligen). Die Hingabe an Maria ist somit eine Hingabe an Jesus: Maria ist das „Muster“, in dem Christen nach Christus geformt werden. Das Katechismus erinnert an die Lehre Montforts als Paradigma der „Escravidão do Amor“ (Sklavenliebe) (vgl. CIC 2677-2679).

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