Konklave von Latran (649) – Aeiparthenos, immer Jungfrau und unbefleckt (Päpstliche Doktrin IV, Nrs. 44-47)
Das II. Konzil von Konstantinopel (553) und dem Laterankonzil von 649 gehen zwei entscheidende Konklaven in der Mariologie aus, insbesondere bezüglich der ewigen Jungfräulichkeit Marias und ihres Titels Aeiparthenos (immer jungfraulich), eine Definition, die das Laterankonzil von 649 zum ökumenischen Dogma erhob.
| Quelle | Doctrina Pontificia IV: Dokumenta Marianische, nn. 44-47 |
| Konzile | II. Konstantinopel (553) | Laterankonzil (649 unter Papst Martin I.) |
| Zeitraum | 553-655 |
| Thema | Aeiparthenos, ewige Jungfräulichkeit als Dogma definiert |
II. Konzil von Konstantinopel (553), nn. 34-36
Das fünfte ökumenische Konzil, einberufen von Justin I., enthält drei marianische Dokumente (nn. 34-36), die die ewige Jungfräulichkeit Marias mit wachsender Präzision bekräftigen. Das Konzil verwendet erstmals den Ausdruck Aeiparthenos (griechisch für immer jungfraulich) als formellen und dogmatischen Titel Marias, nicht nur als ausdrucksstarke Bezeichnung.
“ton ena tes hagias Triados… sarkothenta ek Pneumatos Hagiou kai Marias tes hagias endoxou Theotokou kai aeiparthenou Marias“
„Aus der heiligen Dreieinigkeit … durch den Geist Gottes und Maria, der heiligen, verehrten Mutter Gottes und immer jungfraulichen Maria“.
Papst Theodor I. (642-649) und Papst Martin I. (649-655)
Papst Theodor I. bereitet das große Laterankonzil vor, das sein Nachfolger einberufen wird. Papst Martin I. leitete 649 in Rom das Laterankonzil, das zu seinem gloriösesten Akt vor dem Martyrium wurde: Er wurde vom Exarchen von Ravenna gefangen genommen und nach Krim deportiert, wo er an Hunger und Misshandlungen starb.
Laterankonzil (649), nn. 44-47
Das Laterankonzil von 649 ist das erste Konzil, das die ewige Jungfräulichkeit Marias formell mit Kanonen und Anathemen als Dogma für die gesamte Kirche definiert. Die vier marianischen Kanonen (nn. 44-47) besagen:
- n. 44: Maria ist immer jungfraulich: vor, während und nach der Geburt (ante partum, in partu, post partum)
- n. 45: Maria ist wahre Mutter Gottes (Theotokos), nicht nur von Christus-Mensch
- n. 46: Die Jungfräulichkeit bei der Geburt (virginitas in partu) ist ein Teil des Glaubens, gegen die Leugner dieses „Wunders“
- n. 47: Verurteilung jeder monophysitischen Interpretation, die die wahre Menschlichkeit Christi, geboren aus Maria, leugnet
## Bedeutung für die MariologieDer Ausdruck „*semper Virgo et immaculata*“ (immer Jungfrau und unbefleckt) aus dem Lateranischen Konzil von 649 ist historisch bedeutsam: Erstmals vereint ein Konzil in einem Satz die Begriffe „*semper virgo*“ (immer Jungfrau) und „*immaculata*“ (unbefleckt). Dieser Text wird später im Prozess der Definition der Unbefleckten Empfängnis mehr als zwölf Jahrhunderte später eine Rolle spielen.## Zusätzliche LektüreErforschen Sie die Themen **Mariologie**, das Kapitel VIII des *Lumen Gentium*, *Ineffabilis Deus* und die **Postgraduale in Mariologie**.“Si quis secundum sanctos Patres non confitetur proprie et secundum veritatem sanctam semperque Virginem et immaculatam Mariam esse Matrem Dei, utpote qui in fine saeculorum sine semine de Spiritu Sancto concepit proprie et vere ipsum Dei Verbum generavit, incorruptibiliter eam genuisse, condemnatus sit”
„Wenn jemand nicht nach den Heiligen Vätern bekräftigt, dass die Heilige und immer jungfrauliche und unbefleckte Maria wirklich Mutter Gottes ist, während sie in den letzten Zeiten ohne Samen durch den Heiligen Geist konzipiert und wahrhaftig den gleichen Verbum Gottes geboren hat, ihn unversehrt zur Welt gebracht hat, sei er verdammt.“
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