Urban VIII, Innozenz X und Alexander VII – Königlichkeit Marias und Unbefleckte Empfängnis
Die Päpste Urban VIII (1623-1644), Innozenz X (1644-1655) und Alexander VII (1655-1667) regierten in einer Zeit großer kirchlicher Spannungen (Dreißigjähriger Krieg, Jansenismus, Kontroverse um die Unbefleckte Empfängnis). Ihre marianischen Dokumente veranschaulichen, wie das Papsttum Maria als Referenzpunkt für den christlichen Glauben nutzt.
| Sammlung | Doctrina Pontificia IV: Marianische Dokumente, Nrs. 185-193 |
| Päpste | Urban VIII (1623-1644) | Innozenz X (1644-1655) | Alexander VII (1655-1667) |
| Thema | Königin Maria; Fürbitte; Schutz der marianischen Lehre |
Urban VIII (1623-1644), Nrs. 185-189
Urban VIII ist der Papst von Michelangelo Merisi (Caravaggio) und Galileo Galilei, aber auch der, der die Theologie der Königlichkeit Marias vertiefte. Seine fünf marianischen Dokumente umfassen:
- Nr. 185, Bulla “Imperscrutabilis” (12. Februar 1623): Über die unerklärlichen Geheimnisse Gottes, die sich in Maria offenbart haben
- Nr. 186, Invokation (18. November 1625): Eine papstliche Gebetspraxis an Maria, von großer poetischer und theologischer Schönheit
- Nr. 187, S. Congr. S. Officium (23. Januar 1627): Dekret, das es verbietet, den Sinen der Leugnung der Unbefleckten Empfängnis als “venial” zu bezeichnen
- Nr. 188, Breve “Sanctae” (26. November 1631): Über Marienaschaffungen und ihre Bedeutung im Leben der Kirche
- Nr. 189, Königlichkeit Marias: Text über die Königin des Himmels, ein Vorläufer der Enzyklika “Ad Caeli Reginam” von Pius XII (1954)
“Beata Virgo Maria in caelis regnat, et super omnes creaturas exaltata, a sanctis angelis et hominibus regina et domina veneratur”
Die allerseligste Jungfrau Maria herrscht im Himmel und ist über alle Geschöpfe erhoben; sie wird von den heiligen Engeln und Menschen als Königin und Herrin verehrt.
Innozenz X (1644-1655)
Das Pontifikat von Innozenz X, bekannt durch das Porträt von Velázquez, erzeugte keine spezifischen marianischen Dokumente mit eigenen Nummern in der *Doctrina Pontificia IV*, aber es war die Zeit des Kampfes gegen den Jansenismus, eine Ketzerei, die die Rolle Marias in der Erlösung herabsetzte und die Gnade auf einen deterministischen Standpunkt reduzierte, der die menschliche Mitwirkung ausschloss und somit das “fiat” Marias.
Alexander VII (1655-1667), Nrs. 190-193: sollicitudo omnium
Die Apostolische Konstitution *Sollicitudo omnium Ecclesiarum* (8. Dezember 1661) ist der Höhepunkt des mariologischen Schwerpunkts dieser Ära, bereits in einem vorherigen Abschnitt behandelt. Die Nrs. 190-193 umfassen die Hauptkonstitution und drei ergänzende Dekrete. Diese Konstitution stellt einen entscheidenden Schritt zwischen Sixtus IV (1483) und Pius IX (1854) auf dem Weg zur Definition der Unbefleckten Empfängnis dar.
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