Maria und Gott der Vater: die Lieblings Tochter des Vaters

Maria e Deus Pai: a filha predilecta do Pai
# Maria und Gott der Vater: Die Lieblings Tochter des Vaters## Die Beziehung Marias zu Gott dem Vater als zentraler Aspekt der mariologischen TrinitätslehreDie Verbindung zwischen Maria und Gott dem Vater bildet einen der Hauptachsen der mariologischen Trinitätslehre. Der Vatikan II-Konklave fasst diese Beziehung präzise zusammen: Maria ist „die Lieblings Tochter des Vaters“ und „wahrhaftig Mutter des Sohnes Gottes“, was sie zur „Lieblings Tochter des Vaters“ macht (vgl. *Lumen Gentium*, 53). Die mittelalterliche Tradition drückte dies mit der Formel aus: *Filia Patris, sponsa Filii, templum Spiritus Sancti*.## Der Vater und Maria im Neuen TestamentDer älteste paulinische Text über diese Beziehung findet sich in Galater 4,4: „Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren aus einer Frau.“ Der Vater übernimmt die Initiative, den Sohn in die Welt zu senden, und wählt eine Frau aus, um sein Eintrittstor in die Geschichte zu sein. Lukas entwickelt diese Beziehung in den ersten beiden Kapiteln seines Evangeliums: Der Engel wird „im Auftrag Gottes“ zu Maria gesandt (Lukas 1,26-27). Maria wird als „voll Gnade“ gegrüßt, ein einzigartiger Titel, der die Vollständigkeit der Gnade des Vaters in ihr zum Ausdruck bringt. Die Jungfräulichkeit Mariens ist in diesem Kontext ein „Zeichen der Neuheit des Reiches“, das die natürliche Ordnung durch die souveräne Handlung des Vaters aufbricht. Mit ihrem *Fiat* wird Maria zum neuen Tempel Gottes, zur neuen Bundeslade, zur neuen „Wohnung des Herrn“ in der Welt.## Das Magnificat als Lobgesang an den VaterDas Magnificat (Lukas 1,46-55) kann als Mariens Lobgesang an den Vater verstanden werden: Gottes Barmherzigkeit erstreckt sich von Generation zu Generation; der Vater stört die Mächtigen und erniedrigt die Stolzen und hebt die Demütigen auf. Maria erscheint somit als „Dienerin des Herrn“ (Lukas 1,38.48), ein Titel, den sie sich selbst zuschreibt, und als die „erste Revolutionärin der neuen Ordnung“, die die Souveränität Gottes über die Geschichte verkündet. Das Magnificat zeigt, dass Gott für seinen Erlösungsplan eine arme, demütige Jungfrau auserwählt hat, wodurch Maria zum Zeichen der Barmherzigkeit des Vaters gegenüber allen Völkern wird.## Die kirchliche Tradition: Tochter und Braut des VatersDie Tradition weist auf die Initiative des Vaters bei der Heiligung Marias hin. Cyrill von Alexandria, Franz von Assisi und die französische Schule des 17. Jahrhunderts (Bérulle, Olier) betonen, dass Maria „von dem allerheiligsten Vater auserwählt“ wurde. Im Mittelalter wurden die Titel „Tochter“ und „Braut“ des Vaters bevorzugt. Der erste bezieht sich auf die einzigartige Gnade, mit der der Vater sie geschmückt hat. Der zweite bezieht sich auf ihre Zusammenarbeit in der Inkarnation. Der Vater, als Ehemann, schenkt Maria seinen Sohn und bittet um ihre Zustimmung. Thomas von Aquin erklärt, dass die Adoptionssohnschaft dem Vater als Autor, dem Sohn als Vorbild und dem Heiligen Geist als dem, der uns die Ähnlichkeit mit ihm verleiht, zusteht.## Marienverehrung mit trinitarischem Bezug, der beim Vater endetDie Marienverehrung bezieht sich in ihrer Essenz auf die Dreieinigkeit und endet letztlich beim Vater.

Die Apostolische Exhortation Marialis Cultus (Paul VI, 1974) betont, dass der Kult der Jungfrau eine grundlegend dreieinige Struktur aufweist: Der christliche Kult ist „Anbetung des Vaters durch Christus im Heiligen Geist“. Maria ist „Modell und eucharistisches Bild der Kirche, die sich durch Christus mit dem Vater vereint“ (MC 16). Ziel des Jungfrauengottes ist es, die Kinder zum Vater durch Christus zu führen: „Durch die Ehre der vollkommenen Jungfrau werden die Gläubigen dazu angeleitet, in sich selbst den Zustand der Gnade, die Freundschaft mit Gott und die Gemeinschaft mit ihm zu pflegen“ (MC 57). Für das Zweite Vatikanum wollte „der Vater der Barmherzigkeit, dass die vorbestimmte Mutter vor der Inkarnation angenommen wurde“ (LG 56): Maria hat durch Gehorsam, Glauben, Hoffnung und Liebe mit dem Vater kooperiert.

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Lehramt der Kirche

Pater aeternus Mariam ab aeterno elegit in Matrem Filii sui, et gratia singulari praeordinavit eam ad hoc munus sublimissimum.

Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitutions-Dogma Lumen Gentium, n. 56

📚 Wörtliche Übersetzung: Der ewige Vater hat Maria seit der Ewigkeit als Mutter seines Sohnes erwählt und sie mit besonderer Gnade für dieses sublimste Amt vorbestimmt.

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