Das große Zeichen – Apostolische Schrift von Paul VI. über Marias geistliche Mutterhaftigkeit (Volltext)
Das Dokument *Signum Magnum* ist die Apostolische Exhortation von Papst Paul VI., veröffentlicht am 13. Mai 1967 anlässlich der Pilgerreise nach Fátima zum 50. Jahrestag der Marienerscheinungen. Der Text vertieft theologische Aspekte der Titelgebung Marias als geistliche Mutter der Menschheit und lädt die Gläubigen zu einer erneuerten Hingabe und Nachahmung der Jungfrau Maria ein.
| Autor | Papst Paul VI. (Giovanni Battista Montini) |
| Art | Apostolische Exhortation |
| Datum | 13. Mai 1967 |
| Thema | Geistliche Mutterschaft Mariens, Hingabe an Maria |
| Titel | *Signum Magnum* («Großes Zeichen») |
| Quelle | AAS 59 (1967) 465-475 |
Historischer Kontext
Papst Paul VI. reiste nach Fátima, um die Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Marienerscheinungen von 1917 zu leiten. Der Text bezieht seinen Titel aus der apokalyptischen Vision in Offb 12,1: «Und es erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, gekleidet in die Sonne, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Kopf eine Krone aus zwölf Sternen». Veröffentlicht zwei Jahre nach dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils und nach *Lumen Gentium*, vervollständigt *Signum Magnum* die Konzilsmariologie mit der Dimension der persönlichen Hingabe und der Hingabe an Maria.
Originaltext in Latein (Auszüge)
PAULUS PP. VI
Signum magnum et admirabile, nos per iter ad Fatimam sequentes, ante oculos mentis constituimus: Mulierem scilicet amictam sole et lunam habentem sub pedibus suis et in capite eius corona stellarum duodecim. Quam visionem Doctor Angelicus Sanctus Thomas ad Beatam Virginem Mariam refert. Hoc nempe modo Apocalypsis christianae communitati universali revelat, quid profundum ac mysticum indicet figura illa Mulieris de qua legimus in Geneseos initio: Inimicitias ponam inter te et mulierem (Gen 3, 15).
Hanc Mulierem, Mariam, universa Ecclesia colit, quia ex ea Verbum divinum, mundi Redemptor, est natum. […] Iure igitur Maria Mater Ecclesiae nominatur, et christianorum omnium spiritualis Mater: ipsa enim Christi corpus mysticum, Ecclesiam, in lucem edidit, et etiam nunc pro salute membrorum eius Mediatori apud Patrem intercedit.
Über die Hingabe an Maria
PAULO VI
Das große und wunderbare Zeichen, während wir uns auf die Reise nach Fátima begeben, legen wir vor unsere Augen: die Frau, gekleidet in die Sonne, mit der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone aus zwölf Sternen. Dieses Zeichen bezieht der hl. Thomas von Aquin, der Doktor der Kirche, auf die Selige Jungfrau Maria. So offenbart die Apokalypse der christlichen Gemeinschaft die tiefgreifende und mysteriöse Bedeutung jener Gestalt der Frau, von der wir im Anfang des Buches Genesis lesen: Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau (Gen 3,15).
Diese Frau, Maria, wird von der ganzen Kirche verehrt, weil aus ihr das göttliche Wort, der Erlöser der Welt, geboren wurde. […] Daher wird Maria zu Recht Mutter der Kirche und geistliche Mutter aller Christen genannt: sie gebar tatsächlich den mystischen Leib Christi, die Kirche, und betet auch heute noch als Vermittlerin vor dem Vater für die Erlösung ihrer Glieder.
Über die Hingabe an Maria
Wer wirklich versteht, wie groß Marias Würde ist und wie hervorragend ihre Dienste in der Menschheitserlösung und im Leben der Kirche sind, der erkennt, dass es daher am besten bedeutet ist, die Gefühle zu denen, die sich ganz der Jungfrau widmen, die piusen Gläubigen durch ihre Hingabe an Maria bezeugen. Diese Hingabe ist nichts anderes als eine volle Anbindung an Jesus, der uns seine Mutter als Mutter aller gegeben hat.
Die Imitation Marias ist daher der sichere Weg zu Gott: Wer Maria nachahmt, ahmt Christus nach. Dies ist der Grund, warum wir alle Gläubigen dazu ermutigen, durch die Hingabe an Maria und durch das fleißige Nachahmen ihres Beispiels in der Heiligkeit voranzukommen.
Die beiden Teile des Dokuments
Das Signum Magnum teilt sich in zwei Teile auf: (I) Die geistliche Mutterschaft Mariens, die biblische, theologische und kirchliche Grundlage für Marias Mutterschaft über alle Christen. (II) Die Verpflichtungen gegenüber der geistigen Mutter, die hülfesbereite Kinderliebe, die Nachahmung ihrer Tugenden, die persönliche und familiäre Hingabe.
Das Dokument ist ein wunderschöner spiritueller und devotionaler Ergänzungsteil zum Lumen Gentium.Lumen Gentium kap. VIII geht vor der bedeutenden Marialis Cultus von 1974.
Theologische Bedeutung
Das Signum Magnum ist das erste postkonziliarer Lehramtsdokument, das ausführlich die Maria-Verehrung behandelt und ihr einen christologischen Grund verleiht: Sich Maria zu widmen, bedeutet, sich Jesus zu widmen, der Maria als unsere Mutter gegeben hat. Das Dokument verbindet die volkstümliche Marienverehrung, insbesondere die Wallfahrt nach Fátima, mit der strengen Theologie des Konzils und wird so zu einem unverzichtbaren Bezugspunkt für jede Mariologie der Spiritualität.
Zusätzliche Lektüre
Vertiefen Sie Ihr Wissen: Erforschen Sie Mariologie, Mariendogmen, Lumen Gentium (Kap. VIII), Marialis Cultus, Redemptoris Mater und Mariologische Postgraduierung.
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Siehe auch: Wie man das Marianische Magistrium systematisch studiert – das umfassende Handbuch des Locus
Erfahren Sie mehr über die Unbefleckte Empfaengnis.
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