**Konstitutionen Apostolische **Sollicitudo omnium Ecclesiarum** von Alexander VII (8. Dezember 1661)Die *Konstitution Apostolische Sollicitudo omnium Ecclesiarum* des Papstes Alexander VII (1655-1667) vom 8. Dezember 1661 ist das bedeutendste päpstliche Dokument zur Unbefleckten Empfängnis zwischen Sixtus IV (1483) und Pius IX (1854). Mit diesem Schreiben nahm der Papst zum ersten Mal eine klare Position für die Unbefleckte Empfängnis ein, definierte sie jedoch nicht.**Sammlung:** Doctrina Pontificia IV: Dokumente zur Mariologie, Nrs. 190-193**Papst:** Alexander VII (1655-1667)**Dokument:** *Konstitution Apostolische Sollicitudo omnium Ecclesiarum*, 8. Dezember 1661**Thema:** Unbefleckte Empfängnis, klare päpstliche Position dafür**Hintergrund: Der sechste Jahrhundert Streit**Im 17. Jahrhundert entbrannte in Spanien und Portugal eine heftige Kontroverse zwischen Franziskanern (für die Unbefleckte) und Dominikanern (tomistische Makellos-Gegner). Philipp IV. von Spanien forderte den Papst auf, das Dogma zu definieren. Alexander VII antwortete mit der *Sollicitudo omnium*, nicht noch die endgültige Definition, aber der bis dahin klarste Schritt des Papstes.**Originaltext in Latein, Nrs. 190-193:**> *”Sedes Apostolica sententiam illam quaerit, quae assertam animum Beatissimae Virginis Mariae in prima creatione et infusione in corpus fuisse speciali Dei gratia et privilegio praevenum et preservatum ab originalis peccati labe et macula esse piam et consonantem cultui ecclesiastico, festis et officiis, definitionibus conciliorum et constitutionibus Apostolicis…”*> Die Apostolische Sitz erklärt, dass die Meinung, die behauptet, dass die Seele der Allerheiligen Jungfrau Maria durch besondere Gnade und Privileg Gottes von der Erbsünde und ihrer Flecken in erster Schöpfung und Einatmung in den Körper gerettet wurde, eine gottesfürchtige Meinung ist, die mit dem kirchlichen Kultus, Festen und Riten, den Definitionen der Konzile und den apostolischen Konstitutionen übereinstimmt…**Neuartigkeiten der *Sollicitudo omnium***:* **Positive Bestätigung:** Alexander VII bekräftigt zum ersten Mal positiv, dass die pro-Unbefleckte-Theorie “gottesfürchtig” und “konsonant mit dem Glauben der Kirche” ist; es handelt sich nicht nur um eine geduldeten Meinung.
* **Rechtliche Schutzmaßnahme:** Das Dokument verbietet jegliche Veröffentlichung, Predigt oder öffentliche Handlung, die die Unbefleckte Empfängnis angreift.
* **Symbolisches Datum:** Unterzeichnet am 8. Dezember, dem Tag, an dem 1854 das Dogma definiert wurde.
* **Vorbereitung auf das Dogma:** Die Argumente Alexanders VII werden von Pius IX in der *Ineffabilis Deus* (Dogma der Unbefleckten Empfängnis, 1854) wörtlich übernommen.**Historische Auswirkungen:**Die *Sollicitudo omnium* beendete die öffentliche Kontroverse effektiv. Während die Dominikaner weiterhin intern gegen die Unbefleckte argumentierten, konnten sie dies nicht mehr öffentlich tun, ohne päpstliche Zensur zu riskieren. Der Weg für 1854 war frei.**Weiterführende Lektüre:** Mariologie, *Ineffabilis Deus* (Dogma von Pius IX, 1854), *Lumen Gentium* Kap. VIII und Postgraduierten-Studiengang in Mariologie.
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