Ecclesiastische Annalen (Baronius, 1588-1607) – angelologische und dämonologische Bezüge in der Geschichte der Kirche (Jahre 1-1198)
V. Byzantinisches und frühes mittelalterliches Zeitalter (Bände 8-12, Jahre 451-1000)
- Zweites Konzil von Konstantinopel (553): Verurteilung anti-origenistischer Anatheme (Apokatastase des Teufels)
- Erstes Bracarensisches Konzil (561): Gegen den Priscilianismus
- Sankt Gregor der Große (6./7. Jahrhundert): Homilien zu den Evangelien mit neun Chören
- Romisches Konzil von 745: Fall Aldeberts (acht Engel mit apokryfen Namen)
- Zweites Konzil von Nikäa (787): Verehrung angelspezifischer Bilder
VI. Mittelalterliches Zeitalter (Bände 13-19, Jahre 1000-1198)
- Sankt Bernhard von Clairvaux (1090-1153): Werk über Engel im Kantik der Kanten
- Hugo von Saint-Victor (12. Jahrhundert): Erste scholastische Synthese
- Peter Lombard (1100-1160): Sentenzen, Buch II über Engel
- Konzile von Latran I, II und III (1123, 1139, 1179): Verurteilung der Katharer (dämonisches Dualismus)
Fortsetzung durch Raynaldus (1198-1565)
Odoricus Raynaldi (1595-1671) setzte die Annalen von Baronio fort, die den Zeitraum von 1198 (Innozenz III) bis 1565 (Trento) abdecken. Für Angelologie/Demonologie umfasst dies:
- 1215, Viertes Konzil von Latran (Innozenz III): Firmiter credimus, dogmatische Definition der Engel
- 1442, Florenz: Cantate Domino übernimmt die Position des Latran IV
- 1481, Sixtus IV: Konstitution Grave nimis gegen den übermäßigen Kult der Heiligen
- 1517, 95 Thesen Luthers: demonologischer Kontext der Reformation
- 1545-1563, Konzil von Trient: Definitionen zur Demonologie
Methodologische Bedeutung der Annalen
Baronio schrieb die Annalen als Antwort auf die protestantische Kirchengeschichte „Magdeburgische Jahrhunderte“ (1559-1574) von Matthias Florius Iliricus. Die Annalen heben sich durch Folgendes hervor:
- Jahreschronologie, die jeden Ereignis lokalisiert
- Zitierung primärer Quellen mit genauen Referenzen
- Verwendung vatikanischer Handschriften, die zu dieser Zeit noch nicht veröffentlicht wurden
- Systematische Behandlung einzelner Konzile neben den ökumenischen
- Dokumentation von liturgischen Festen und lokalen Verehrungen
Bedeutung für die Angelologie/Demonologie
Für die historische Untersuchung der Angelologie/Demonologie sind die Annalen nützlich, weil sie:
- Einzelne Konzile dokumentieren, die nicht im Hauptwerk von Mansi enthalten sind
- Mirakel und Exorzismen in den Leben der Heiligen erwähnen
- Alte Liturgien zitieren in vollem Text
- Papstbulle genau chronologisch ordnen
- Ostliche Traditionen über die sieben Erzengel bewahren
Zusätzliche Lektüre
Index der mittelalterlichen Quellen zur Angelologie und Demonologie | Latran IV (1215) | Romisches Konzil 745 | Bracarensisches Konzil I
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