Vierter Lateraner Konzil (1215) – wir glauben fest: dogmatische Definition über Engel und Dämonen

Von Prof. Dr. Daniel C. Afonso · Aktualisiert am
Lateinischer Text – Kap. 1 (Firmiter)
Firmiter credimus et simpliciter confitemur, quod unus solus est verus Deus, aeternus, immensus et incommutabilis, incomprehensibilis, omnipotens et ineffabilis, Pater et Filius et Spiritus Sanctus: tres quidem personae, sed una essentia, substantia seu natura simplex omnino: […]
Unum universorum principium: creator omnium invisibilium et visibilium, spiritualium et corporalium: qui sua omnipotenti virtute simul ab initio temporis utramque de nihilo condidit creaturam, spiritualem et corporalem, angelicam videlicet et mundanam: ac deinde humanam, quasi communem ex spiritu et corpore constitutam.
Diabolus enim et alii daemones a Deo quidem natura creati sunt boni, sed ipsi per se facti sunt mali. Homo vero diaboli suggestione peccavit.
Portugiesische Übersetzung
Firmamente cremos e simplesmente confessamos que um só é o verdadeiro Deus, eterno, imenso e imutável, incompreensível, omnipotente e inefável, Pai e Filho e Espírito Santo: três pessoas verdadeiramente, mas uma essência, substância ou natureza absolutamente simples: […]
Único princípio do universo: criador de todas as coisas visíveis e invisíveis, espirituais e corporais: que com o seu omnipotente poder, desde o início do tempo, criou simultaneamente do nada uma e outra criatura, a espiritual e a corporal, isto é, a angélica e a mundana, e depois a humana, como uma criatura comum constituída de espírito e corpo.
O Diabo e os outros demónios foram, na verdade, por Deus criados naturalmente bons, mas eles próprios por si tornaram-se maus. O homem, porém, pecou por sugestão do diabo.
Die fünf dogmatischen Aussagen
Das IV. Laterankonzil definiert im Kapitel Firmiter fünf grundlegende Wahrheiten über die geistigen Wesen:
- Existenz der Engel: Gott schuf reine geistige Wesen (die “Engelwesen“), gegen den gnostischen Materialismus.
- Zeitliche Schöpfung: Die Engel wurden in der Zeit geschaffen, “seit Beginn der Zeit“, sie sind nicht zeitlos mit Gott.
- Ursprüngliche Güte: “Sie wurden von Gott natürlich gut geschaffen” (a Deo natura creati sunt boni), gegen den manichäischen Dualismus.
- Freiheit der Engel: Der Fall geschah nicht aus Notwendigkeit ihrer Natur, sondern durch freie Wahl, “sie wurden selbst böse.”
- Wirkung des Teufels beim menschlichen Fall: “Der Mensch sündigte durch die Verführung des Teufels” (homo vero diaboli suggestione peccavit), vgl. Genesis 3.
Bedeutung für die Theologie
Das IV. Laterankonzil klärte dogmatisch Fragen, die die mittelalterlichen Theologen gespalten hatten:
- Gegen die Katharer und Albigenser: Die behaupteten absoluten Dualismus, zwei ewige Prinzipien, ein Gutes (Gott) und ein Böses (Teufel). Das Konzil definiert, dass es nur ein Schöpferprinzip gibt und selbst der Teufel gut geschaffen wurde.
- Gegen die Gnostiker: Die leugneten die materielle Schöpfung der Welt durch Gott. Das Konzil bekräftigt, dass Gott alle Dinge, geistig und körperlich, erschaffen hat.
- Gegen jeden Determinismus: Der leugnet die Freiheit spiritueller Wesen. Das Konzil besagt, dass die Dämonen sich für das Böse entschieden haben.
Pastorale Implikationen
- Die Existenz der Engel ist ein definiertes Dogma, keine freie Meinung.
- Dämonen existieren als persönliche Wesen, nicht nur als “Kräfte des Bösen“
- Der Fall der Dämonen war frei, unwiderruflich und endgültig.
- Der Mensch kann von Satan versucht werden, aber er ist nicht gezwungen zu sündigen.
- Jede teuflische Versuchung kann durch die Gnade Christi überwunden werden.
Weiterführende Lektüre
Katechismus der Katholischen Kirche | Römischer Katechismus 1566 | Lumen Gentium
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