Ursprung des Festes der Heiligen Erzengel


Die heiligen Erzengel und die Verkündigung an Maria
Nach dem Glauben der katholischen Kirche sind Engel persönliche, rein geistige Geschöpfe Gottes. Der Begriff „Erzengel“ bezeichnet eine höhere Ordnung unter allen Engeln. Im Neuen Testament wird dieser Titel ausschließlich dem Heiligen Michael (Jd 9, und möglicherweise auch 1Ts 4,16) zuteil. Das apokryphe griechische Buch Henoch nennt sieben Erzengel. Die spätere katholische Tradition zählt auch Gabriel und Urias (aus 4 Esdras) zu den Erzengeln, neben Michael und Rafael (Tb 12,15). Gabriel und Rafael wurden erst 1921 (24. März bzw. 24. Oktober) in das römische Kalender in aufgenommen.
Der Kult um Michael ist in der römischen Liturgie viel älter. Bereits zu Beginn des 5. Jahrhunderts gab es in Italien zahlreiche Kapellen und Kirchen, die ihm gewidmet waren. In Rom handelte es sich vor allem um die Kirche Sankt Michael an der Via Salaria, deren Weihefeier am 30. oder 29. September in den ältesten Sakramentaren überliefert ist.
Seine Verehrung erhielt einen besonderen Schub durch die Erscheinung des Erzengels Michael auf dem Berg Gargano im südlichen Italien am 8. Mai 482 n. Chr., wo ein berühmtes Heiligtum errichtet wurde.
Als Erinnerung an dieses Ereignis gab es bis 1960 ein Fest der Erscheinung des Erzengels Michael (8. Mai). Wie im Alten Testament Michael als Beschützer des Volkes Gottes angesehen wurde (vgl. Dan 10,13), so hatte auch die römische Kirche und später das Heilige Römische Reich Deutschland ihn als mächtigen Patron.
Die Reform des Römischen Kalenders von 1969 vereinigte die Feste der Erzengel Gabriel und Rafael mit der traditionellen Feier Michaels am 29. September.
Der Name der drei Erzengel fasst ihre Mission zusammen: Michael, dessen Name „Wer ist wie Gott?“ bedeutet, repräsentiert die Bekennung und Anbetung des einzigen Sohnes. Gabriel, dessen Name „Kraft Gottes“ bedeutet, ist der große Bote der Anfänge der Erlösung in Christus. Er verkörpert die Mission der Engelwächter und Träger der Geheimnisse Gottes zu seinen Auserwählten. Rafael, dessen Name „Arzt Gottes“ bedeutet, repräsentiert die freundliche und heilbringende Gegenwart der Gottesboten gegenüber den Menschen, wie im Fall Tobias.
Das neue Eigenpräfationsgebet sieht im Kult der Engel eine Verherrlichung ihres Schöpfers und setzt fort: „Denn die Verehrung, die sie verdienen, ist ein Zeichen eurer unvergleichlichen Größe über alle Geschöpfe.“
Ursprünglich war das Fest des Erzengels Michael auch mit der Feier anderer Engel, einschließlich der Engelwächter, verbunden.
Erst im 16. Jahrhundert erschien ein eigenes Fest der Engelwächter in Spanien und Frankreich. Clemens IX. erließ es auf Antrag Ferdinands II. für sein Königreich und legte es am ersten Sonntag im September fest. Clemens X. festigte es für den Rest der Kirche am 2. Oktober. Pius X. legte schließlich den 2. Oktober als universellen Festtag fest. Der neue Kalender behielt ihn als obligatorisches Gedächtnis bei.
Herr unser Gott,
der mit bewundernswerter Weisheit die Funktionen der Engel und der Menschen regelt,
erlaube uns, dass unser Leben auf Erden von denen beschützt wird, die ewiglich euch dienen und anbeten im Himmel.
Über die Rolle des Erzengels Gabriel in der Ankündigung und Marias Marienglaube siehe die Enzyklika Redemptoris Mater von Papst Johannes Paul II.
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