Konklave von Florenz – Bulle Cantate Domino (1442): Engel und Dämonen im Bekenntnis des Glaubens
| Lateranense IV | Florenz 1442 |
|---|---|
| «Der Teufel und andere Dämonen sind nach ihrer Natur von Gott als gut geschaffen worden» | «Der Teufel und andere Dämonen sind nach ihrer Natur aus der Freiheit des Willens böse geworden» |
| «Doch sie sind es an sich nicht» | «sondern haben sich durch ihren freien Willen selbst zum Bösen gemacht» |
Die kleine Variation, «aus der Freiheit des Willens» (durch den freien Willen) anstelle von «an sich» (von Natur aus), vertieft die anthropologische Lehre vom freien Willen, die für die scholastische Lehre des 13. Jahrhunderts wichtig war.
Theologische Bedeutung
Die Definition von Florenz hat drei theologische Dimensionen:
1. Antidualistisch (gegen den anhaltenden Manichäismus)
Der Konzil bekräftigt, dass es nur einen Schöpfergott gibt, der gut ist, und alles, was existiert, ist ursprünglich gut. Das Böse ist nicht ein Prinzip an sich, sondern eine Verfälschung des Guten.
2. Antimonismus (gegen jeden Determinismus)
Der Konzil betont die Realität des freien Willens bei spirituellen Geschöpfen. Der Fall der Engel war nicht aufgrund der Notwendigkeit ihrer Natur oder des Schicksals, sondern durch einen freien Entschluss.
3. Antiemanizismus (gegen Plotin und Neoplatonismus)
Der Konzil erklärt, dass alles Geschaffene von Gott aus dem Nichts (creatio ex nihilo) geschaffen wurde, nicht aus der Substanz Gottes emporgekommen ist. Die Engel sind keine «Nachkommen» Gottes, sondern freie Geschöpfe.
Magisterielle Tradition
Der Formulierung von Florenz wurde wörtlich zitiert in:
- Dem Katechismus Romanus von Pius V (1566)
- Dem Vatikan I (1870), Dogmatische Konstitution Dei Filius, Kap. 1
- Dem Katechismus der Katholischen Kirche (1992) Nr. 391: «Hinter dem abtrünnigen Entschluss unserer ersten Eltern steht eine verführerische Stimme, die sich gegen Gott richtet»
Weiterführende Lektüre
IV. Lateranisches Konzil 1215 | Katechismus Romanus | KKK über Engel und Dämonen
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