Wer sein Leben verliert, wird es finden; Röm 6,4; Mk 10,17. 13. Sonntag

Quem perde a vida encontrá-la-á; Rm 6,4; Mc 10,17. XIII domingo
Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.
Mt 10,39

Der dreizehnte Sonntag im Jahreskreis des Jahres A verbindet drei Texte um das Geschenk von sich selbst, das Leben hervorbringt. 2 Könige 4,8-11.14-16a zeigt die Frau von Sunem, die den Propheten Elisa mit radikaler Gastfreundschaft empfängt: Sie bereitet ihm ein Zimmer vor und Elisa, als Dank, verspricht ihr ein Kind, das sie nicht erwartet hatte. Römische 6,3-4.8-11 stellt die Taufe als Tod und Auferstehung mit Christus dar: Wer im Taufakt mit Christus stirbt, tritt in ein neues Leben ein, das den Tod überwindet. Matthäus 10,37-42 fasst die Paradoxien der Nachfolge zusammen: Jesus lieben mehr als die Eltern, das Kreuz tragen, das Leben verlieren, um es zu finden, den Boten empfangen wie Christus selbst. Die drei Texte beschreiben dasselbe Bewegungsbild: das kostenlose Geschenk, das Leben aus der Hoffnungslosigkeit hervorbringt, der Tod, der zum Leben führt, der Verlust, der sich als Gewinn erweist.

I. Der erste Lesepassage: 2 Könige 4,8-11.14-16a

Eine Frau aus Sunem, eine wohlhabende Frau, drängte Elisa, in ihrem Haus zu essen. Als er vorüberzog, blieb er dort. Sie sagte zu ihrem Mann: „Wir wissen, dass dieser Mann Gottes, der immer wieder bei uns vorbeikommt, ein heiliger Mensch ist. Lass uns ihm einen kleinen, umzäunten Raum auf dem Dachboden bauen und ihm ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und eine Lampe einrichten, damit er dort übernachten kann, wenn er uns besucht“ (2 Kön 4,9-10). Elisa wollte die Gastfreundschaft der Frau belohnen und fragte ihren Diener, was er für sie tun könne. Sie bat um nichts. Der Diener berichtete: Sie hat keine Kinder und ihr Mann ist alt. Elisa rief die Frau und sagte zu ihr: „Im kommenden Jahr um diese Zeit wirst du ein Kind in deinen Armen halten“ (V.16a). Die Frau von Sunem hatte kein Kind erbeten; sie empfing es aufgrund ihrer Gastfreundschaft gegenüber dem Propheten. Großzügigkeit zieht Segen nicht als Geschäft, sondern als Gottes Dank an einem offenen Herzen heran.

II. Der zweite Lesepassage: Römische 6,3-4.8-11

„Wisset ihr nicht, dass alle, die in Christus Jesus getauft sind, in seinem Tod getauft wurden?“ (Röm 6,3). Die Taufe ist nicht nur ein Initiationsritus; sie ist eine tatsächliche Teilnahme am Tod Christi. „Wir sind mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod hin, damit wir auch mit ihm auferstehen durch die Gnade des Vaters, in der Kraft von Christus Jesus“ (V.4). Die Auferstehung Christi ist kein äußeres Ereignis im Zusammenhang mit der Taufe; sie ist das Modell und der Wirkungsort seines neuen Lebens. „Wenn wir mit ihm gestorben sind, so leben wir auch mit ihm“ (V.8). „Seid ihr mit Christus verbunden, seid ihr tot für die Sünde, aber lebendig für Gott in Christus Jesus“ (V.11). Die Fastenzeit und die Taufe sind dasselbe Ereignis: der Tod, der zum Leben führt, die Beerdigung, die die Auferstehung vorbereitet.

III. Der Evangeliumstext: Matthäus 10,37-42

Jesus schließt seine missionarischen Anweisungen mit den Paradoxen des Jüngerschaft ab. „Wer mich liebt, der liebt meinen Vater mehr als mich; wer mein Kind liebt mehr als mich, ist mir nicht würdig“ (Mt 10,37). Die Liebe zu Jesus ersetzt nicht die Liebe zu Eltern oder Kindern, sondern überwindet sie als letztgültigen Maßstab. „Wer sein Leben zurücklässt und mir nachfolgt, wird es erlangen“ (V.38). Das Kreuz ist keine Metapher für unvermeidliches Leid, sondern die bewusste Entscheidung, dem Gekreuzigten zu folgen. „Wer sein Leben bewahren will, wird es verlieren; wer aber sein Leben für meine Sache verliert, wird es finden“ (V.39). Das zentrale Paradox des Evangeliums: Ein Leben, das sich selbst zurückhält, verwelkt, ein Leben, das sich opfert, findet seine Vollendung. Und die Versprechen der Identifikation: „Wer euch empfängt, empfangt mich; wer mich empfängt, empfängt den, der mich gesandt hat“ (V.40). Selbst der kleine Becher kühler Wassert zu einem Kind wird belohnt (V.42): Die Logik des Gebens kennt keinen Verlust, selbst in der kleinsten Geste.

IV. Maria und das vollständige Geschenk an sich

Die Frau von Sunem bereitete dem Propheten ein Zimmer vor; Maria bereitete ihren eigenen Körper als Unterkunft für den Sohn Gottes vor, einen Raum der vollen und kostenlosen Aufnahme. Wie die Frau von Sunem einen Sohn empfing, ohne um Gastfreundschaft für den Propheten gebeten zu haben, so empfing Maria die Gnade, Mutter Gottes zu sein, nicht aufgrund eigener Verdienste, sondern durch Gnade. Mt 10,37 spricht von der Liebe zu Jesus über der Liebe zu Vater oder Mutter; Maria ist das menschliche Wesen, das Jesus mit einer Liebe liebte, die höher war als jede andere, und gleichzeitig als Mutter auf eine vollere Weise liebte als jede andere Mutter. In Maria verschmelzen die Liebe der Mutter und die Liebe der Jüngerin nicht miteinander, sondern vertiefen und verstärken sich gegenseitig. Rom 6 spricht von Tod und Auferstehung mit Christus durch Taufe; Maria, nach der Lehre der Assumpktion, erlebte dieses mystische Taufgeschehen auf einzigartige und endgültige Weise, verbunden mit dem Tod und der Auferstehung des Sohnes vor allen anderen Mitgliedern seines Körpers. Sie, die alles am Fuße des Kreuzes verlor, fand alles in der Assumpktion: die Erfüllung der Versprechen aus Mt 10,39 in ihrer höchsten Form.

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