Heilige Syrus und Celestin I – immer Jungfrau und Theotokos (Pontifikale Doktrin IV, Nrs. 15-16)

Die Päpste Siricius (384-398) und Coelestinus I (422-432) repräsentieren die päpstliche Konsolidierung der Lehren über die ewige Jungfräulichkeit Mariens und ihre göttliche Mutterheit unmittelbar vor und während der Vorbereitung des Konzils von Ephes (431).

SammlungDoctrina Pontificia IV: Marianische Dokumente, nn. 15-16
PäpsteSiricius (384-398) | Coelestinus I (422-432)
KonzilRomisches Konzil von 430 (Coelestinus)
ThemaEwige Jungfräulichkeit; Göttliche Mutterheit

Siricius (384-398), n. 15: Maria immer Jungfrau

Siricius ist der erste Papst, der in seinem Schreiben an Bischof Anysius von Thessaloniki (392) die technische Formel semper Virgo (immer Jungfrau) für Maria verwendet. Um Fehler zu widerlegen, die behaupteten, Maria hätte nach Jesus andere Kinder gehabt, bekräftigt Siricius entschieden:

Denn jene Generation, die durch die Wirkung des Heiligen Geistes empfangen wurde, kennt keine Verwesung. Denn der Herr Jesus ist aus dem Schoß seiner Mutter mit unversehrtem Jungfrauenzeichen hervorgegangen

Die von dem Heiligen Geist empfangene Generation kennt keine Verwesung. Tatsächlich ist der Herr Jesus aus dem Schoß seiner Mutter mit dem Siegel der Jungfräulichkeit hervorgegangen.

Siricius lehnt auch die Interpretation ab, dass die „Brüder des Herrn“ (Mt 12,46) Kinder Marias seien: Sie sind nach seiner Ansicht entweder Kinder Josephs aus einem früheren Ehebund oder Cousins Jesu im hebräischen Sinn.

Coelestinus I (422-432), n. 16: Maria Jungfrau Mutter Gottes

Coelestinus I leitete das Römische Konzil von 430, das zum Konzil von Ephes vorbereitete. Er unterstützte festlich Cyrillus von Alexandria gegen Nestorius, der sich weigerte, Maria als Theotokos (Mutter Gottes) zu bezeichnen. In Dokument n. 16 wird die römische Position festgelegt:

Maria ist Jungfrau und Mutter Gottes, weil unser Herr Jesus Christus, der von ihr geboren wurde, wahrhaft Gott ist

Maria ist Jungfrau-Mutter Gottes, weil unser Herr Jesus Christus, der aus ihr geboren wurde, wahrhaftig Gott ist.

Coelestinus schickt Cyrillus als seinen Legaten nach Ephes mit vollen Vollmachten im Namen Roms: Cyrillus wird das Konzil leiten, das Maria als Theotokos definieren wird.

Historischer Hintergrund

Diese beiden Päpste zeigen, dass die Lehre von der ewigen Jungfräulichkeit Mariens und ihrer göttlichen Mutterheit bereits vor dem Konzil von Ephes eine feste päpstliche Lehre war. Das Konzil von 431 verkündete nicht diese Lehren, sondern bestätigte sie mit der ausdrücklichen Unterstützung der Päpste Siricius und Coelestinus.

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