Franziskus – Lumen Fidei und Laudato Si: Maria, das Ikon der Glauben und Königin aller Schöpfung
Die ersten drei großen Dokumente des Pontifikats von Papst Franziskus – Lumen Fidei (29. Juni 2013, mit Text von Benedikt XVI), Evangelii Gaudium (24. November 2013) und Laudato Si (24. Mai 2015) – enden alle mit ausführlichen marianischen Abschnitten. Maria wird zur zentralen Figur in den drei Themen: Glaube, Evangelisierung und ganzheitliche Ökologie.
| Papst | Franziskus (Jorge Mario Bergoglio) |
| Dokumente | Lumen Fidei (2013, nn. 58-60) | Laudato Si (2015, n. 241) |
| Thema | Maria als Ikone des Glaubens, Maria Königin der ganzen Schöpfung |
Lumen Fidei nn. 58-60, Maria perfekte Ikone des Glaubens
Die Enzyklika Lumen Fidei endet mit drei Nummern (58-60) über Maria als „perfekte Ikone des Glaubens“. Es ist das erste Dokument des Pontifikats von Franziskus und vervollständigt ein mariologisches Trio, das die vorherigen Enzykliken seiner Vorgänger thematisiert: Deus Caritas Est (Nächstenliebe), Spe Salvi (Hoffnung) und Lumen Fidei (Glaube), jeweils mit Maria als Vorbild für die entsprechende Tugend.
„Maria, perfekte Ikone des Glaubens, wie die Heilige Elisabeth sagt: ‚Sie ist selig, die geglaubt hat‘ (Luk 1,45). In Maria, der Tochter Zion, wird der lange Weg des Glaubens der Frauen des Alten Testaments, der mit Sara begann, vollendet. Da sie ‚erst im Herzen und dann in der Fleisch (Christus) empfand‘, ist ihr ganzer Glaube ganz auf Christus gerichtet.“
Maria, perfekte Ikone des Glaubens, wie es Heilige Elisabeth ausdrückt: „Sie ist selig, die geglaubt hat“ (Luk 1,45). In Maria, der Tochter Zion, wird der lange Weg des Glaubens der Frauen des Alten Testaments, der mit Sara begann, vollendet. Da sie „erst im Herzen und dann in der Fleisch (Christus) empfand“, ist ihr ganzer Glaube ganz auf Christus gerichtet.
Die drei Elemente des marianischen Glaubens nach Lumen Fidei:
- Das Wort hören: Maria hört den Engel, die Schrift und den Sohn.
- In Gott vertrauen: Maria vertraut sogar, wenn sie es nicht versteht (Luk 2,50).
- Mit Christus gehen: Maria geht vor der pilgernden Kirche als diejenige, die „auf dem Glauben gewandelt ist“ (LG 58).
Laudato si n. 241, Maria Königin der ganzen Schöpfung
Die Enzyklika Laudato Si über die ganzheitliche Ökologie endet mit einem originellen marianischen Abschnitt: Maria als Königin nicht nur der Menschen, sondern auch der ganzen Schöpfung. Dies ist eine der großen mariologischen Innovationen von Franziskus: Maria in den ökologischen Blickwinkel einzubeziehen.
**Zitierter Text:**
Maria, die Mutter, die Jesus pflegte, pflegt nun mit Liebe und mütterlicher Sorge diesen verletzten Erdenkugel. So wie sie die Bitterkeit ihres Herzens über den toten Jesus vergoss, leidet sie jetzt um die gekreuzigten Armen und um die Geschöpfe dieser Welt, die von der menschlichen Macht zerstört wurden. Durch die Verwandlung aller Schöpfung mit Christus verglorifiziert, steht sie wieder auf, um „Königin aller Schöpfung“ zu sein.
**Bedeutung für die zeitgenössische Mariologie:**
Diese beiden Texte erweitern die traditionelle Königlichkeitslehre Marias (definiert in *Ad Caeli Reginam* von Pius XII. 1954, siehe Beitrag) um einen ökologischen Aspekt: Maria regiert nicht nur über die Menschen, sondern über die gesamte Schöpfung, besonders über die verletzte und durch menschliche Aktivitäten bedrohte Schöpfung.
**Kontinuität und Innovation in der Mariologie von Franziskus:**
– **Kontinuität:** Maria als Glaubensbild (Benedikt XVI.), Mutter des Erlösers (Johannes Paul II.), Mutter der Barmherzigkeit (traditionell).
– **Innovation:** Maria, die mit den gekreuzigten Armen solidarisch ist, Maria, die sich um das gemeinsame Haus kümmert, Maria, die nicht nur eine spirituelle, sondern auch eine existenzielle Mutter ist.
**Weiterführende Lektüre:**
Mariologie | *Evangelii Gaudium* | *Redemptoris Mater* | *Ad Caeli Reginam* | *Spe Salvi*
**Post-Graduierung in Mariologie:**
Tiefen Sie Ihr Wissen in Mariologie durch unsere Post-Graduierung an der Locus Mariologicus ein. Diese akademische Ausbildung verbindet theologischen Strenge, geistliches Leben und lebendige Tradition der Kirche.
**Erfahren Sie mehr über die älteste Maria-Darstellung in der *Katakombe von Priscila*.**
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