Päpste des 5.-6. Jahrhunderts – Maria, Mutter Gottes und immerjungfräulich (Pontifische Doktrin IV, Nrs. 30-43)
Die Päpste der 6. und 7. Jahrhunderts, Gelasius I, Symmachus, Johannes II, Vigilius und Honorius I, setzten die Lehre von Ephesus über Maria, Mutter Gottes (Theotokos) und ewige Jungfrau (semper Virgo) fort und stärkten sie, indem sie sich neuen christologischen Herausforderungen und monofysitischen Lehren entgegenstellten.
| Sammlung | Lehrdokumente des Vatikans IV: Mariologische Dokumente, Nrs. 30-43 |
| Päpste | Gelasius I | Symmachus | Johannes II | Vigilius | Honorius I |
| Zeitraum | 5. bis 7. Jahrhundert (492-638) |
| Thema | Zustimmung Marias, ewige Jungfräulichkeit, göttliche Mutterheit |
Heiliger Gelasius I (492-496), Nr. 30: Zustimmung Marias
Gelasius I entwickelt ein Thema, das in der mittelalterlichen Mariologie zentral werden sollte: die Zustimmung Marias bei der Verkündigung als Bedingung für die Menschwerdung. Maria war kein passives Instrument; das Wort wartete auf ihr „Ja“. Dieser Text vorwegnimmt die großen mittelalterlichen Überlegungen (Bernhard, Thomas, Bonaventura) über Marias aktive Rolle in der Menschwerdung.
„Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Allerhöchsten wird dich umhüllen… das Geheimnis der Menschwerdung erfüllt sich nicht bei jemandem, der widersteht, sondern bei jemandem, der frei zustimmt.“
Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Macht des Allerhöchsten wird dich umhüllen… das Geheimnis der Menschwerdung wird sich nicht an einem erfüllen, der sich widersetzt, sondern an einem, der frei zustimmt.
Symmachus (498-514), Nr. 31: Ewige Jungfrau und Mutter Gottes
Papst Symmachus bekräftigt im Kontext theologischer Streitigkeiten mit dem Osten, dass Maria wahrhaft Mutter Gottes (vere Theotokos) ist und immer Jungfrau bleibt, ohne jemals einen Mann gekannt zu haben.
Johannes II (533-535), Nr. 32: Die wahre Jungfrau, wahre Mutter Gottes
Johannes II ist der erste Papst, der offiziell den Namen „Johannes“ trägt (zuvor hatte er seinen Namen geändert, als er gewählt wurde). Sein Dokument über Maria betont, dass die göttliche Mutterheit wahrhaftig (vere Mater Dei) ist und nicht nur metaphorisch oder funktional, um nestorianische Interpretationen zu widerlegen.
Vigilius (537-555), Nr. 33: Wahre Mutter Jesu Christi
Papst Vigilius, der in einer Zeit großer politischer und theologischer Turbulenzen regierte (die Kontroverse um die „Drei Kapitel“ war gerade erst begonnen), bekräftigt die Epheser-Lehre: Maria ist vera madre Iesu Christi, die wahre Mutter Jesu Christi, der wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch ist.
Honorius I (625-638), Nrs. 37-43: Ewige Jungfrau und Mutter Gottes
Honorius I ist der ausführlichste Papst dieser Gruppe; er verfasst sieben Dokumente (Nrs. 37-43) über die göttliche Mutterheit und die ewige Jungfräulichkeit. Seine Schreiben an den Patriarchen von Konstantinopel sind besonders reich an mariologischer Sprache. Honorius verwendet als erster Papst den Ausdruck „plena gratia“ für Maria, in Anlehnung an Lk 1,28, und legt damit den Grundstein für die Theologie der unbefleckten Empfängnis, die 1854 definiert wurde.
„Die heilige Jungfrau und vollkommen gottgefällige, welche den Sohn Gottes ohne Verunreinigung empfand und gebar, blieb in aller Reinheit und Heiligkeit für immer“
Die heilige Jungfrau und vollkommen gottgefällige, welche den Sohn Gottes ohne Verunreinigung empfand und gebar, blieb in aller Reinheit und Heiligkeit für immer.
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